1. az-online.de
  2. Altmark
  3. Kalbe

Mehr Schlamm als Wasser im Kalbenser Burggraben

Erstellt:

Von: Ina Tschakyrow

Kommentare

Grund des Burggrabens in Kalbe
Der Grund des Burggrabens ist nicht zu sehen, dafür aber die Schlammschicht, die etwa zwei bis zweieinhalb Meter misst. © Ina Tschakyrow

Der Burggraben in Kalbe muss entschlammt werden. Das Vorhaben gibt es schon seit vielen Jahren. Derzeit wird nach finanzieller Förderung gesucht.

Kalbe – Zwei bis zweineinhalb Meter misst die Schlammschicht, die sich auf dem Boden des Burggrabens in Kalbe befindet. Darüber ist die Wasserschicht, die 80 Zentimeter, maximal einen Meter misst. „Es gibt also mehr Schlamm als Wasser“, sagt Kay Grahmann, Vorsitzender des Kalbenser Angelsportvereins „Mildeufer 1935“. Deswegen sollte der Burggraben entschlammt werden. Dieses Vorhaben wird schon seit einigen Jahren geplant. Es wurde bisher aber nicht umgesetzt.

Die Entschlammung wurde schon Ende der 1990er Jahre angeregt, erinnert sich Kay Grahmann. Der Schlamm im Burggraben sei aber, so der Vereinsvorsitzende, „zum Glück nicht schadstoffbelastet“. Deswegen könnte der Schlamm aus dem Gewässer theoretisch auf einen Acker abgeladen werden. Dazu muss der Schlamm mit einem Bagger aus dem Burggraben herausgeholt werden und dazu „fehlt das Geld“. Für dieses Vorhaben würde eine „höhere Summe“ an Geld benötigt werden, so Kay Grahmann.

Fördermittel dafür zu erhalten, sei schwierig. Vom Land Sachsen-Anhalt gebe es für solch eine Maßnahme nur Fördergeld, wenn das Vorhaben in einem Biotop durchgeführt wird, wofür es wiederum spezielle Richtlinien gibt, die erfüllt werden müssen.

Es werde nach einer Förderoption gesucht, teilt dazu Kalbes Bürgermeister Karsten Ruth auf Nachfrage der Altmark-Zeitung mit und informiert weiter: „Wir stehen an dieser Stelle mit potenziellen Partnern im Gespräch.“ Bis dahin „sind wir bemüht, den Eintrag von Material in den Burggraben zu minimieren“, sagt Karsten Ruth. Die Entschlammung habe laut des Bürgermeisters „in der jüngeren Vergangenheit viele Fachleute beschäftigt“, aber „noch kein Ergebnis aufzeigen können, welches wirtschaftlich darstellbar war“. Der Aufwand betrage, informiert er weiter, „je nach technischem Ansatz mehrere hunderttausend Euro und es gab dabei kaum die erforderliche Nachhaltigkeit“. Deswegen wird nach Fördermöglichkeiten gesucht.

„Wenn entschlammt wird, ist es ein wunderbares Angelgewässer“, sagt Kay Grahmann. Im Burggraben kann aber trotz der Schlammschicht geangelt werden. Es leben dort verschiedene Fische, deren Bestand auch regelmäßig überprüft und erneuert wird. Aber der Sauerstoffwert des Gewässers sinkt, je mehr Schlamm vorhanden ist.

Auch interessant

Kommentare