Bücherbus-Aktion: Altmärkische Autorin Diana Kokot gestaltete eine (Mitmach-)Lesung in der Brunauer Grundschule

Märchenfiguren, die im Bus mitfahren

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Die Brunauer Dritt- und Viertklässler hörten gespannt zu, errieten die Märchenfiguren, reimten die Gedichte mit und stellten der Autorin auch noch viele Fragen über ihre Arbeit.

Brunau. Wie viele Bücher schreibt eine Schriftstellerin eigentlich in einer Woche? Hat sie Mitarbeiter? Und vergisst sie, dass sie schon eine Geschichte über ein bestimmtes Thema geschrieben hat und schreibt sie versehentlich noch mal? 

Das fragten gestern die Dritt- und Viertklässler der Wilhelm-Busch-Grundschule in Brunau ihren Gast, nämlich Diana Kokot. 

Diana Kokot aus Osterburg hat viele Jahre als Journalistin gearbeitet, doch als ihre Söhne nach dem Abitur das Elternhaus verließen, widmete sie sich der Schriftstellerei – ein lang gehegter Traum.

Möglich gemacht hatte dies der Bücherbus Salzwedel, der Lesungen mit Autoren in Bildungseinrichtungen mindestens einmal im Jahr organisiert, erklärte Salzwedels Kreisbibliotheksmitarbeiterin Bianca Hochstein. Mit Diana Kokot hat die Bibliothek auch schon oft erfolgreich zusammengearbeitet. Die Osterburgerin ist Autorin und hat schon so einige Bücher verfasst, manche davon allein und andere in Zusammenarbeit mit anderen Schriftstellern und sogar Kindern. Zum Beispiel das Buch „Texte aus der Truhe“. Darin sind Geschichten aufgeschrieben, die Diana Kokot mit Kindern bei einem Workshop erdacht hat. Damals konnten die jungen Literaten eigene Ideen aufzählen, über welches Thema sie gerne schreiben würden. Eine davon war „über eine Brille“, erzählte die Autorin den Brunauer Grundschülern. Und so schrieb ein Mädchen namens Lena aus Osterburg beim Workshop über ihre Oma und deren Brille. Die Brille hatte sie richtig gerne, vergaß sie aber auch an ganz verrückten Orten, wie dem Inneren eines Kühlschranks.

Eigene Geschichten dachten sich die Kinder in Brunau gestern zwar nicht aus, aber trotzdem hörten sie auch nicht nur einfach so zu. Denn sie vervollständigten die Reime der „Freundschaftsverse“ über Hunde und Hasen – so gab Diana Kokot vor: „Mein bester Freund ist ein Hund, sein Fell ist nicht braun, sondern ...“. Und die Kinder riefen ihr zu: „Bunt“. Während Diana Kokot die Hauptgeschichte „Der Froschkönig im Schulbus“ las, waren die Grundschüler besonders aufmerksam, denn nicht nur der Froschkönig saß im Schulbus von Schulkind Tim, sondern es stiegen nach und nach noch mehr Märchenfiguren ein, die aber nicht namentlich erwähnt wurden. Die Brunauer Kinder bewiesen ihre Pfiffigkeit und konnten anschließend alle Figuren aufzählen, die sie an ihren Merkmalen wie den sehr langen Haaren (Rapunzel) oder dem Goldklumpen in der Hand (Hans im Glück) erkannt hatten.

Natürlich wollten die Schüler auch noch mehr über die Schriftstellerin erfahren. Sie erzählte, dass sie schon angefangen hat zu schreiben, als sie selbst eine Drittklässlerin war. Ein wenig aus der Not heraus, auch wenn sie es in der Schule mochte, Aufsätze zu schreiben. Aber bei ihrem ersten eigenen Gedicht handelte es sich um ein Geschenk für ihre Großmutter, weil Diana Kokot damals das „Taschengeld ausgegangen war“. Die Zeilen lauteten: „Liebe Oma, ich hab dich ganz doll lieb, du hast einen Kanarienvogel, der macht immer ‘Piep’“. Auch wenn die Brunauer Kinder gestern vor allem Polizisten, Feuerwehrleute, Tierärzte oder auch „Hundeflüsterer“ werden wollten, vielleicht hat Diana Kokot ihnen ja mit ihrem Erstlingswerk Mut gemacht und sie dazu inspiriert, demnächst selbst den Stift in die Hand zu nehmen und drauflos zu reimen.

Von Hanna Koerdt

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