Bundesgeschäftsführer aus Magdeburg will für den Wahlkreis Altmark in den Bundestag einziehen

Linke nominieren Matthias Höhn

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Die Noch-Bundestagsabgeordnete Katrin Kunert gratulierte Linken-Direktkandidat Mathias Höhn zur Wahl. 

Kalbe. „Bei großen Einkommen endlich ordentlich zugreifen. “ Das ist eines der Ziele von Matthias Höhn.

Der 41-jährige Linken-Politiker, seit fast einen Vierteljahrhundert Mitglied der Partei, ist am Sonnabend mit klarer Mehrheit von den beiden Linken-Kreisverbänden aus der Altmark zum Direktkandidaten für die im Herbst stattfindende Bundestagswahl nominiert worden. Der in Magdeburg lebende Matthias Höhn ist Bundesgeschäftsführer und Bundeswahlkampfleiter seiner Partei, sitzt momentan noch im Landtag – dieses Mandat würde er bei einem Einzug in den Bundestag abgeben – und soll der Stendalerin Katrin Kunert nachfolgen, die nach drei Legislaturperioden als Bundestagsabgeordnete nicht mehr antritt.

Nach seiner Bewerbungsrede sprachen sich im Kalbenser Eiscafé Piccolo mehrere Altvordere der Linkspartei ausdrücklich für Höhn aus: Die Landtagsabgeordnete Helga Paschke ebenso wie der langjährige Landtagsabgeordnete Hans-Jörg Krause und auch Katrin Kunert selbst. Somit war der einzige Mitbewerber, der 49-jährige Holger Köhne aus Sandau, ohne Chance. Der Finanzmakler ist zwar seit vier Jahren Parteimitglied, trat bisher aber so gut wie nicht in Erscheinung – was ihm manche Genossen nach seiner Bewerbungsrede auch vorwarfen. Köhne besitzt eigenen Angaben zufolge „ein enorm hohes Selbstbewusstsein“ und komme „von der Basis“. Sein Spezialgebiet als Bundestagsabgeordneter wäre die gesetzliche Rentenversicherung, die „den Bach runtergeht“, gewesen. Doch letztlich war Köhne („Uns unterscheidet, dass ich mehr Lebenserfahrung habe“) gegen den prominenteren und in der Partei wesentlich besser vernetzten Höhn ohne Chance.

Matthias Höhn vereinigte 64 und somit 80 Prozent der Stimmen auf sich, Köhne kam auf 15 Ja-Stimmen. Ein Wahlberechtigter enthielt sich der Stimme.

Von Stefan Schmidt

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