„Es liegt uns am Herzen, solche Perlen zu erhalten“

Vorstandschef Ulrich Böther ließ sich von Christoph Neumann auch die älteste Kahrstedter Glocke zeigen: Eine Bronzene aus dem Jahre 1854.

Kahrstedt - Altermsleben - Von Conny Kaiser. In Kahrstedt und Altmersleben soll das Geläut elektrifiziert werden. Gestern gab´s von der Sparkasse Altmark-West eine tolle Anschubfinanzierung.

„Schon im September wollen wir fertig sein“, sagt Pfarrer Christoph Neumann und blickt freudestrahlend auf die beiden Schecks im Glockenformat. Darauf stehen einmal 3 000 Euro für die Kirchgemeinde Kahrstedt und 1 000 Euro für Altmersleben.

Vorbeigebracht hat sie der Vorstandschef der Sparkasse Altmark-West persönlich. Ulrich Böther war von Pfarrer Neumann darüber informiert worden, dass die beiden Kirchen im Pfarramtsbereich Kalbe dringend ein elektrisches Geläut benötigen. Denn dort werden die Glocken von Hand in Gang gebracht. In Kahrstedt muss dafür sogar extra in den Turm des Gotteshauses geklettert werden.

Ohnehin, so Neumann, sei die dortige Kirchgemeinde im Gegensatz zu ihrer Altmersle-bener Schwester etwas im Nachteil. „Und wir haben im Gespräch mit der Sparkasse gesagt, dass wir ihr“, so der Pfarrer, „besonders helfen müssen.“ Denn sie sei nicht nur deutlich kleiner, sodass weniger Spendengeld von der Bevölkerung zu erwarten sei, sondern sie verfüge auch nicht über vermietete Immobilien, sodass es dort noch schwieriger sei, die nötigen Investitionskosten aufzubringen. Allein die Arbeiten am Geläut würden mehr als 10 000 Euro verschlingen. Hinzu kämen Zimmerarbeiten – die drei Glocken müssten von einem gekopften in ein gerades Joch umgelagert werden –, für die noch kein Kostenvoranschlag existiere. Doch in der kommenden Woche gebe es einen Ortstermin, so Christoph Neumann, der ankündigte, dass die Kirchgemeinde noch einmal intensiv Spenden sammeln werde. Dasselbe gelte für Altmersleben, wo sogar mit Kosten von mehr als 12 000 Euro gerechnet werde, weil es dort vier Glocken gebe. Der Kirchenkreis habe aber in beiden Fällen Unterstützung zugesichert.

Ulrich Böther jedenfalls, der gestern zum ersten Mal die Kahrstedter Kirche von innen sah, zeigte sich beeindruckt. „Es liegt uns sehr am Herzen, solche Perlen zu erhalten“, auch wenn es auf lange Sicht wohl schier unmöglich sei, sämtliche Gotteshäuser in der Altmark-Region für die Nachwelt herzurichten, so seine Worte. Umso wichtiger sei es, gerade die besagten „Perlen“ künftig noch stärker als bisher einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Die touristische Attraktivität müsse stärker als bisher in den Vordergrund gerückt werden, so sein Appell an die Kirchgemeinden.

Die Ostdeutsche Sparkassenstiftung hat ein Glockenförderprogramm aufgelegt, das aber ausschließlich für Neugüsse infrage kommt – und somit nicht für die Elektrifizierung von Geläuten. Hierfür hat die Sparkasse Altmark-West nun also selbst die Aufgabe des Sponsors übernommen.

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