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Lehrermangel in Kalbe: Kann der Bund eingreifen?

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Von: Hanna Koerdt

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Kalbes Bürgermeister Karsten Ruth und Dr. Marcus Faber stehen vor dem Rathaus in Kalbe
Kalbes Bürgermeister Karsten Ruth (links) besprach mit MdB Dr. Marcus Faber (FDP) den Lehrermangel. © Hanna Koerdt

Auch wenn Schulen und Lehrer Landessache sind - der Lehrermangel ist ein bundesweites Problem. Inwiefern die Politik helfen kann und wie Kalbe betroffen ist, besprach Bürgermeister Karsten Ruth mit dem Bundestagsabgeordneten Dr. Marcus Faber (FDP).

Kalbe – Kommune und Kreis haben die „Hausaufgaben gemacht“, machte Karsten Ruth deutlich. Die Kalbenser Sekundarschule und die Grundschulen in Kalbe und Brunau sind umfangreich saniert worden, die Infrastruktur und Digitalisierung so aufgestellt, dass die Schulen zukunftsfähig sind.

Doch was fehlt, sind Lehrer. Dieses große Problem, das kürzlich von Elternvertreterinnen im Stadtrat vorgebracht wurde, ist „sehr, sehr ernst“, so Ruth gegenüber Dr. Marcus Faber. Der Bundestagsabgeordnete der FDP war am Mittwoch, rund ein Jahr nach dem ersten Treffen, erneut im Rathaus Kalbe, um zu erfahren, welche Probleme die Kommune bewegen.

Lösungen gegen den Lehrermangel zu finden, sei zwar offiziell Landessache, aber der Lehremangel „ein bundesweites Problem“, so Ruth zu dem Bundestagsabgeordneten. „Wir fühlen uns damit aber oft im Regen allein gelassen.“ Letztlich bestehe die Verpflichtung, Kindern und Jugendlichen eine gute Bildung zu ermöglichen, auf allen politischen Ebenen. Kreis und Kommune finanzieren als Träger der Schulen das, was sie können und was ihre Aufgaben sind. Doch tolle Schulgebäude und Glasfaser-Internet für digitale Tafeln und Laptops hätten letztlich keinen Nutzen, wenn keine Lehrkräfte da sind, um Kinder zu unterrichten. „Ich weiß, auch der Bund kann keine Lehrer backen“, so Ruth. Aber Kalbes Bürgermeister wollte wissen, ob es Möglichkeiten gibt, schon auf Bundesebene regulierend einzugreifen, damit die Verteilung der Lehrkräfte funktioniert. Denn auch Bundesländer untereinander versuchen, sich gegenseitig Lehrkräfte abzuwerben. Marcus Faber saß erst kürzlich im Magdeburger Landtag und diskutierte das Problem Lehrermangel „drei Stunden lang“, berichtete der Politiker. So solle für Grundschullehrer die Besoldungsstufe A13 eingeführt werden, erklärte Faber, allerdings gestaffelt bis 2026, „um die Tätigkeit attraktiver zu machen“. Doch weiterhin müsse daran gearbeitet werden, den Beruf grundsätzlich wieder attraktiv zu machen, ob durch die Dauer der Ausbildung, die Vergütung oder den Zugang für Quereinsteiger, fand Faber.

Ob Stipendien möglich wären, durch die die Empfänger sich verpflichten würden, eine ihnen zugeteilte Stelle anzutreten, wollte Karsten Ruth wissen. Das sei rechtlich auf politischer Ebene aber schwierig. Doch möglich über einen Vertragsabschluss der angehenden Lehrkräfte mit Kommunen. Als gute Beispiele nannte Faber Osterburg und Gardelegen, die mit Stipendienprogrammen „vorangegangen“ seien. „Das ist etwas, was ich nicht gerne höre“, erklärte Ruth. Denn durch diesen Weg „wird der Schwarze Peter runtergereicht“ vom Land an die Kommunen, die durch kreative Ideen selbst Lehrer werben können. Aber nicht jede Kommune kann sich dies finanziell leisten. Das hatte Kalbes Bürgermeister auch schon im Stadtrat erklärt.

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