Dach, Fenster und Fassade sanierungsbedürftig

Lebenshilfe-Kita in Kalbe: Stadt als Vermieter in der Pflicht

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Entlang der Fassade der Kita „Schatzkästchen“ ist der Putz abgebröckelt. Die Feuchtigkeit kommt ungehindert durch die Wände, eine Sanierung ist nötig.

Kalbe – „Wir schieben das jetzt seit sieben Jahren vor uns her“, erklärte Kalbes Bürgermeister Karsten Ruth im jüngsten Hauptausschuss.

Nun sei ein Punkt erreicht, an dem man investieren müsse, „die Einrichtung ist fast schon in einem Zustand, der nicht mehr kindgerecht ist“.

Es ging um die Integrative Kindertagesstätte „Schatzkästchen“. Sie soll saniert werden. Allerdings ist sie keine kommunale Kita, sondern in den Händen eines anderen Trägers, der Lebenshilfe. Trotzdem ist die Kommune in der Pflicht, denn das Gebäude gehört der Stadt, die Kita ist dort lediglich seit 1992 Mieter.

Zwar ist in dem Mietvertrag festgelegt, dass sich der Träger selbst um viele Instandsetzungen kümmern muss, wofür es auch ein jährliches Budget gibt, allerdings umfasst das nicht grundhafte Renovierungen am Gebäude. „Wir haben lange unsere eigenen Kitas vorgezogen“, so Ruth. Nun müsse man sich auch um das Mietobjekt kümmern. Denn „wenn sich die Lebenshilfe hier ausklinken würde, wären wir nicht in der Lage, alle Kinder in unseren anderen Einrichtungen aufzunehmen“, erklärte Karsten Ruth. Aktuell besuchen die Kita 27 Kinder ab einem Jahr.

Das mit asbesthaltigen Platten eingedeckte Dach muss erneuert werden. Die Kita wünscht sich zumindest im Flur neue Fenster, denn diese sind nicht nur in die Jahre gekommen, sondern auch „nicht kitagerecht“, sagt die stellvertretende Leiterin Kathrin Mehnert. Das Wichtigste sei aber die Fassade.

Denn die Feuchtigkeit steigt die Wände hoch und verursacht Schimmel, der gesundheitsschädigend ist. „Bei Starkregen kommt die Nässe durch die Wand“, sagt Mehnert. In der Vergangenheit wurde „peu à peu schon Putz angebracht, der aber immer wieder abfiel, deshalb freuen wir uns riesig, dass die Stadt jetzt richtig was machen will“. Die Schäden am Boden der Fassade sind sichtbar, letztlich wirke dies auch alles andere als ansprechend. „Bis auf diese Sachen sind wir ja wirklich gut ausgestattet, der Bau ist gerade für unsere Ansprüche ideal“, so Kathrin Mehnert. Er ist ebenerdig und lang gestreckt, also auch für Kinder in Rollstühlen geeignet.

120.000 Euro wurden ursprünglich in den Investitionsplan eingeschrieben, allerdings haben die Ausschüsse erst einmal 42 300 Euro dafür gestrichen. Der Stadtrat wird am Donnerstag, 14. Februar beschließen, ob es bei dieser Kürzung und der Investition an sich bleibt.

VON HANNA KOERDT

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