„Lange Zeit lief nur eine Pumpe“

Die Güssefelder Oxidationsteiche, für die es nur eine befristete Betriebserlaubnis gibt, sollen bald ausgedient haben.

Güssefeld - Von Conny Kaiser. „Gefahr im Verzug“ – O-Ton Kämmerin Ingrid Bösener – hat den Stadtrat von Kalbe dazu veranlasst, außerplanmäßig in die Kanalisation der Ortschaft Güssefeld zu investieren.

„Über lange Zeit lief nur eine Pumpe. Und es war nur eine Frage der Zeit, wann auch die zweite verschlissen ist.“ Schließlich funktioniere das System wechselseitig, wie Kämmerin Ingrid Bösener jüngst dem Kalbenser Stadtrat erläuterte. Der hatte nämlich eine Beschlussvorlage auf dem Tisch, bei der es – wieder einmal – um die Oxidationsteiche in Güssefeld ging. Die machen eine außerplanmäßige Ausgabe von 6 300 Euro notwendig, damit das Kanalisationssystem in der Kalbenser Ortschaft nicht zusammenbricht.

Der Rat segnete die Ausgabe einstimmig ab. Denn es sei, so die Kämmerin im Vorfeld, „Gefahr im Verzug“. Wenn das Pumpensystem der Kanalisation versage, könne das Abwasser nicht mehr vom tiefsten Punkt des Ortes in die Entsorgungsanlage transportiert werden. „Durch den VKWA erfolgte bereits über längere Zeit eine manuelle Abpumpung. Die Rechnung dafür habe ich noch gar nicht“, so Ingrid Bösener, die damit klar machte, dass noch weitere Kosten zu erwarten seien.

Güssefeld, der einzige Ort weit und breit, der noch über eigene Oxiteiche sein Abwasser entsorgt, soll baldmöglichst ans Netz des Verbandes kommunaler Wasserversorgung und Abwasserbehandlung Salzwedel, kurz VKWA, angeschlossen werden (wir berichteten). Trinkwasser bezieht der Ort bereits aus dessen Netz, auch wenn die Abrechnung bislang über den Wasserverband Gardelegen erfolgte. 2011 soll Güssefeld komplett in den VKWA integriert werden. Deshalb beschloss der Stadtrat von Kalbe nun auch, im Falle des kleinen Dorfes trinkwasserseitig aus dem Wasserverband Gardelegen auszutreten. Allerdings muss dessen Verbandsversammlung dem Austritt noch zustimmen.

Bürgermeister Karsten Ruth informierte den Stadtrat zudem über ein Gespräch, das er kürzlich mit der Oberen Kommunalaufsichtsbehörde geführt habe. Demnach werde darauf verzichtet, eine Neukalkulation der Güssefelder Abwasserberechnung sowie die Erstellung einer entsprechenden Gebührensatzung einzufordern, „sofern der Beitritt zum VKWA zum 1. Januar 2011 erfolgt.“ In Güssefeld, das bis Ende 2008 eine eigenständige Gemeinde war und dann in die Stadt Kalbe überging, werden pro Jahr und Kopf 50,10 Euro an Abwassergebühren gezahlt. Damit ist dann alles abgegolten.

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