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Kulturhaus Kalbe: Nur eine Fluchttreppe wäre „das kleinere Übel“

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Von: Hanna Koerdt

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Das Kulturhaus in Kalbe
Für insgesamt fast 260 000 Euro, davon 90 Prozent Fördermittel des Programms „Dorferneuerung“, sollen mehrere Sanierungsmaßnahmen am Kalbenser Kulturhaus durchgeführt werden. Ausgenommen bleibt das gesperrte obere Stockwerk. Denn dafür bräuchte es Brandschutzmaßnahmen und ein Nutzungskonzept. © Hanna Koerdt

In den vergangenen Jahren wurde immer wieder ins Kulturhaus Kalbe investiert und weitere Sanierungsmaßnahmen am und im Mehrzwecksaal sollen bald mit Fördermitteln ermöglicht werden. Doch was ist mit dem gesperrten Teil, in dem der kleine Saal und der Theatersaal sind?

Kalbe – Das Parkett und der Bühnenbereich des Kalbenser Kulturhauses wurden im vergangenen Jahr „erfolgreich saniert“, erklärte Kalbes Bauamtsleiter Thomas Kräuter vor Kurzem in der Sitzung des Stadtrates. Doch es besteht weiterhin einiger Sanierungsbedarf an dem großen Gebäude. Einige Maßnahmen sollen demnächst über das Förderprogramm „Dorferneuerung“ ermöglicht werden. Für eine Gesamtnutzung des Kulturhauses braucht es allerdings mehr als nur bauliche Veränderungen.

Die Fenster des Mehrzwecksaals könne man kaum öffnen, „die Scheiben fallen raus“, berichtete Kräuter von einer der Problemstellen des Kulturhauses. Dementsprechend sollen die Fenster erneuert und außen am Gebäude Sonnenschutzlamellen installiert werden, damit sich der Saal im Sommer nicht mehr so aufheizt. Außerdem soll eine vorhandene Fluchttür ausgetauscht werden und zwei zusätzliche Fluchttüren entstehen, zwei Heizkörper sollen versetzt und eine Rauchmeldeanlage installiert werden. Auch die Erneuerung der Außentreppe auf der Rückseite des Saals ist vorgesehen. Dabei handelt es sich aber nicht um die Fluchttreppe zum oberen Stockwerk des Kulturhauses. Ob eine solche Treppe nicht auch gebaut und damit die Räume wie kleiner Saal und Theatersaal endlich wieder genutzt werden könnten, fragte Stadtratsmitglied Volkmar Erl. Darüber habe man im Rathaus auch nachgedacht, erklärte Thomas Kräuter, jedoch vorerst verworfen. Es habe sogar Vor-Ort-Termine mit dem Denkmalschutz gegeben, auch wegen der Sanierung des Dachs. Diese Maßnahmen werden aber vorerst nicht umgesetzt. Langfristig müsse aber schon so geplant werden, dass das Kulturhaus wieder in seiner Gesamtheit genutzt werden könnte. Kalbes Bürgermeister Karsten Ruth ergänzte, dass die Fluchttreppe finanziell betrachtet für die Kommune „das kleinere Übel“ sei, um die gesperrten Gebäudeteile wieder nutzbar zu machen. Der ganze Korpus des Kulturhauses müsste in Brandschutzabschnitte unterteilt werden. Die Kosten der Brandschutzauflagen, die sich einst erst nach der Renovierung des oberen Stockwerks ergeben hatten, seien „astronomisch“ im Vergleich zu den Einnahmen des Kulturhauses. Ob und wie diese Investitionen sich rechnen könnten, müsste vorab innerhalb eines Nutzungskonzeptes für das Kulturhaus deutlich werden.

Der Stadtrat stimmte den Anträgen für die Förderungen einstimmig zu.

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