Fotografie, Malerei und Weißliniendruck: Drei Stipendiaten zeigen Brunaus Grundschülern einige Kunsttechniken

Der Kreativität freien Lauf lassen

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Für Stipendiat Sebastian Horn (27) hat Kunst mehr als nur Struktur und Formen zu bieten. Er mag die „Tripping“-Kunst und ist der Meinung, dass man mit allem und nichts Kunst machen kann. Und das wollte er auch den Schülern zeigen

Brunau. Die Dritt- und Viertklässler der Brunauer Grundschule ließen gestern in den Räumen der Schule ihrer Kreativität freien Lauf.

Zusammen mit den drei Wintercampus-Stipendiaten Hanna Schönfelder, Yannick Wende und Sebastian Horn, die während ihres Campus-Aufenthalts im ehemaligen Bürgermeisterbüro in Brunau wohnen, stellten die 33 Schüler den gewohnten Unterrichtsablauf auf den Kopf und ließen sich von den drei jungen Künstlern in die Welt der Kunst entführen.

In drei Gruppen mit jeweils elf Kindern teilten sich die Schüler auf. Die eine Gruppe zog sich mit der Stipendiatin Hanna Schönfelder in den Werkraum der Schule zurück. Hier stellte die 25-jährige, die derzeit in Halle Kunst auf Lehramt studiert, den Grundschülern den Weißliniendruck – eine vereinfachte Drucktechnik aus TetrapackMilchtüten, die sie im Voraus zu rechteckigen Schablonen zurechtschnitt– vor. Zum Motto „Heimat“ ritzten die Kinder auf die silberne Seite der Milchtütenschablone Motive, die sie mit ihrer Heimat in Verbindung bringen. Auf eine Glasplatte wurde dann schwarze Linoldruckfarbe mit einer Walze gestrichen. Mit derselben Walze wurde die geritzte Milchkartonseite schwarz eingefärbt, auf die dann ein weißes Papier gelegt wurde. Am Ende entstanden kleine Kunstwerke mit den eingeritzten Heimatmotiven.

Yannick Wende, der künstlerische Konzeptionen an der Akademie der Künste in Nürnberg studiert, brachte seine Kamera mit und zeigte den Kleinen mittels einer selbstgebauten Kamera Obskura – indem er die Fenster abdunkelte und ein Loch frei ließ, damit Lichtstrahlen in das Zimmer eindringen können – wie ein Fotoapparat funktioniert. Parallel ließ er die Kinder mit seiner Kamera Porträtbilder schießen , die sie dann ausdrucken und zur Erinnerung an ihren gemeinsamen Tag in der Schule aufhängen werden.

Währenddessen verausgabte sich die Gruppe von Sebastian Horn, der an der Universität in Erfurt Kunst und Erziehungswissenschaften studiert, künstlerisch im Werk- und Zeichenraum der Schule. Unter dem Motto „Mit allem und nichts kann man Kunst machen“ zeigte der 27-Jährige den Grundschülern, dass Kunst mehr ist als Struktur und Formen und dass man beispielsweise auch aus „Farbklecksen“ ein Kunstwerk entstehen lassen kann. Hierbei orientiert er sich an die Minimal Artists, wie zum Beispiel an dem Künstler Max Ernst. Mit Acrylfarben setzten die Kinder das Gelernte um. Zum Schluss wollten alle ihre Werke mit nach Hause nehmen.

Von Marilena Berlan

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