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Kurpark in Kalbe: Vorne Rosengarten, hinten Naturwald

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Von: Hanna Koerdt

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Die Wassertretstelle im Kurpark Kalbe
Wegen der vielen kranken Bäume muss der Kurpark Kalbe neu bepflanzt und umgestaltet werden. Zu den Plänen gehört beispielsweise eine historische Badestelle zum Ablegen und Sitzen an der Wassertretstelle, ein Bereich mit Rosenbüschen, aber auch eine naturbelassene Auenlandschaft im hinteren Teil des Parks. © Hanna Koerdt

„Sofern der Haushalt bestätigt wird, wird der Kurpark dieses Jahr saniert“, erklärt Jörg Kraberg, Baumschutzbeauftragter der Kalbenser Stadtverwaltung. Die von der Stadt beauftragte Planerin hat das Konzept fast fertiggestellt.

Kalbe – Als nächster Schritt muss das Konzept zur Prüfung an die Untere Denkmalschutzbehörde des Altmarkkreises Salzwedel weitergereicht werden. Sobald von der Behörde das Okay kommt, beginnt die Bauplanung. Der ganz genaue Zeitpunkt, wann die Bauarbeiten im Park tatsächlich beginnen, kann daher noch nicht gesagt werden, sondern erst dann, wenn die Aufträge erteilt sind. „Wir hoffen, dass wir bis Anfang 2023 fertig sind und spätestens zum Winter 2023 den Park komplett für die Bürger freigeben können“, sagt Jörg Kraberg.

Hoffnung auf Förderung für die Beräumung des Kurparks

Vor den Neuanpflanzungen und der Umgestaltung erfolgen als Erstes die Fällungen und die Beräumung. Die bisher gefällten bzw. gestürzten Bäume wurden deshalb noch nicht abtransportiert, da in den vergangenen Monaten der Boden des Parks zu weich und feucht war. Da für den Abtransport schwere Maschinen zum Einsatz kommen, hätte dies den Unterboden so schädigen können, dass die Frühblüher, die seit Kurzem wieder auf den Parkflächen zu sehen sind, vermutlich nicht hätten erblühen können. Auch befindet sich die Stadt in der vorläufigen Haushaltsführung, 2021 wurde für einige Zeit auch eine Haushaltssperre verhängt. Die Beräumung des Kurparks – eine Aufgabe, zu der die Stadt gesetzlich gar nicht verpflichtet ist – hätte unter diesen Umständen nicht umgesetzt werden dürfen. Um die Kommune finanziell weiter zu entlasten, wurde für die Beräumung des Kurparks vor einigen Wochen auch ein Antrag auf finanzielle Förderung gestellt. Auf die erhoffte Bewilligung wartet die Stadtverwaltung aktuell. Wenn die Beräumung gefördert wird, kann die Stadt den Park auch schon beräumen, ohne dass der Haushalt bestätigt ist.

Die Zusage für eine Förderung für die Neugestaltung hat die Stadt vom Land Sachsen-Anhalt bereits erhalten. Dafür hatte die Stadt Kalbe ein eigens erarbeitetes Konzept beim Netzwerk Stadt-Land eingereicht.

Rosengarten und Teehäuschen im vorderen Bereich, Wald im hinteren Teil des Parks

In den vergangenen Monaten wurde intensiv am Konzept der beauftragten Planerin gearbeitet. Es orientiert sich am Konzept der Stadt und den historischen Aufnahmen und Überlieferungen, die es vom Kurpark gibt und die unter anderem Henning Krüger vom Kalbenser Kultur- und Heimatverein zur Verfügung stellte. Die Konzeptionierung sieht quasi einen zweigeteilten Kurpark vor, erklärt Jörg Kraberg. Der vordere Teil an der Liebesinsel soll einen Rosengarten erhalten, den es einst auch gab, und auch die Liebesinsel wird historisch neu gestaltet. Voraussichtlich soll auch das Teehäuschen, das es in der Nähe des Karpfenteichs gab, wieder erbaut werden, umrandet von Kastanien. Der Eingang zum Kurpark soll trichterartig angelegt werden – auch dies beruht auf den historischen Aufnahmen. In Höhe der Wassertretstelle wird ein Bereich nach einer historischen Badestelle gestaltet, mit Sitzgelegenheiten und der Möglichkeit, seine Sachen abzulegen, wenn man die Wassertretstelle nutzen möchte. Der vordere Bereich des Parks wird damit also klassizistisch angelegt, im hinteren Teil des Parks wird „es eine Auenlandschaft geben“, erklärt Jörg Kraberg, wie in der Mitte des 19. Jahrhunderts, als der Park jagdlich genutzt wurde. Der Natur soll dort Raum gegeben werden, denn der „urwaldartige, naturnahe Bereich ist historisch nachgewiesen“.

Kurpark wird zur Baustelle

Durch die Fällungen, Neupflanzungen und Umgestaltung des Kurparks wird es „zu sehr großen Arbeiten mit großen Maschinen kommen“, erklärt Jörg Kraberg – der Kurpark wird schlicht eine Baustelle sein. Deshalb wird er währenddessen auch komplett gesperrt, und „er wird danach auch nicht direkt grün aussehen“, macht der Verwaltungsmitarbeiter deutlich.

Die gepflanzten jungen Bäume aber werden eine bessere Chance haben, den Herausforderungen wie Pilzen, Schädlingen und Klimawandel standzuhalten, als die teils überalterten Bäume. Deren Holz wird, soweit es noch nutzbar ist, verwertet und ansonsten entsorgt.

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