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Kalbenser Kitas lieber doch schließen?

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Von: Hanna Koerdt

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Die Kita „Märchenland“ in Kalbe
In den kommunalen Kitas der Einheitsgemeinde Kalbe wird seit einigen Jahren auf Schließzeiten verzichtet. Ob das System sinnvoll ist, wurde im Hauptausschuss diskutiert. © Hanna Koerdt

Für Eltern Vorteil, für Erzieherinnen Nachteil? Die Schließzeiten in Kitas und Horten werden in der Einheitsgemeinde Kalbe 2023 erneut ausgesetzt. Doch ist das sinnvoll?

Kalbe – Für Eltern der Einheitsgemeinde Kalbe und auch für Erzieherinnen und Erzieher hat es sich seit einigen Jahren bewährt, dass es in Kalbe keine expliziten Schließzeiten der Kindertagesstätten und Horte gibt. Doch das System sorgt für personelle Engpässe in der Versorgung der Kinder, sprach kürzlich Volkmar Erl während der Sitzung des Hauptausschusses an.

Eigentlich sind laut der Satzung für die Nutzung der Kindertageseinrichtungen der Einheitsgemeinde Stadt Kalbe Schließzeiten vorgesehen, jedoch setzt sie der Stadtrat seit mehreren Jahren regelmäßig aus, nachdem dies von zunächst einer und schließlich allen kommunalen Kitas gewünscht wurde.

Der Vorteil: Eltern und Kita-Mitarbeitende müssen sich nicht mit einem festgelegten Zeitraum für ihren Urlaub bzw. eine andere Betreuung arrangieren. Doch für die Einrichtungen sei dies wohl doch nicht immer vorteilhaft: „Ich weiß, dass das sehr schwer personell abzudecken ist“, erklärte Volkmar Erl. Karsten Ruth stimmte zu, dass der Wegfall der Schließzeiten durchaus zu personellen Engpässen führt, „wir geraten da schnell an Grenzen“.

Die Kommune muss eigentlich einen Betreuungsschlüssel für die Kinder aufrechterhalten. Schwierig wird es, wenn zu viele Kinder für zu wenige Erzieherinnen und Erzieher da sind. Deshalb werden die Schließzeiten in der Satzung auch nicht geändert. Die Kommune behält sich vor, sie auch wieder einzusetzen, solle das andere System nicht funktionieren. Volkmar Erl schlug vor, zur besseren Organisation für die übliche Urlaubssaison und Ferienzeiten eine Abfrage zu machen, wie viele Kinder in den Einrichtungen sind „und das sollte dann verbindlich sein“, so Erl. „So komplett narren frei ist das nicht, wir versuchen das schon zu steuern“, antwortete Ruth auf den Vorschlag.

Melissa Schmidt wies außerdem darauf hin, dass „die Kita auch Dienstleister sind“. Urlaubszeiten würden schon von Arbeitgebern vorgegeben. Es werde noch schwieriger für Eltern, „wenn wir auch sagen, wir schreiben vor. Die Eltern müssen arbeiten gehen können“.

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