Kein „kleiner Luxus“ erlaubt

Architekt Bert Schulze erläuterte die neue Variante des baulichen Konzeptes für die Kalbenser Grundschule.

Kalbe - Von Gesine Biermann. Die Tinte war gerade erst trocken. Einen ganz frisch überarbeiteten Plan für die Sanierung der Grundschule stellte Planer Bert Schulze am Donnerstag im Stadtrat vor. Bei den Räten, Eltern- und Schulvertretern kam die neue Variante ausgesprochen gut an.

Der erste Entwurf war auf Kritik gestoßen. Der zweite soll nun auf den Weg gebracht werden. Was Planer Bert Schulze am Donnerstagabend im Kalbenser Rathaussaal vorstellte, war eine runde Sache, die, wenn sie dann fertiggestellt ist, wohl „viele Jahrzehnte unseren Jüngsten ein ideales Lernumfeld bieten wird“, so Ratschef Gerhard Gansewig am Ende der Informationsveranstaltung.

Zuvor hatte Schulze die Pläne um den Um- und Neubau bis ins Detail erläutert. Der bestehende Bau, das schmucke alte Schulgebäude, bleibt dabei das Herzstück der Schule. Äußerlich „wird der historische Charakter erhalten“, erläuterte Schulze. Innen soll es renoviert, aber auch mit neuen Sanitärräumen ausgestattet werden. Natürlich spielen zudem Energiespar- und Brandschutzmaßnahmen eine tragende Rolle. So werden im Erd- und Obergeschoss alle Klassen- und auch das Lehrerzimmer mit einem zweiten Ausgang versehen.

Der Haupteingang ins Schulhaus durch die vorhandene „repräsentative“ zweiflügelige Schultür bleibt ebenfalls erhalten. Zur Straßenseite wird das Gebäude dann durch einen Zaun und ein Tor abgetrennt.

Die größte Veränderung in der neuen Planungsvariante betraf schließlich den Neubau, der sich im Hofbereich an das alte Schulhaus anschließen wird. Diesen hatte das Planungsbüro nun deutlich in Richtung des derzeit noch bestehenden Flachbaues zurückgesetzt. Der Schulhof bleibt dadurch größtenteils erhalten und wird auch nicht baulich geteilt. Dies hatten Eltern und Lehrer in der ersten Variante besonders bemängelt.

Der rund 35 Meter lange Schultrakt, der hier entstehen wird, schafft Raum für vier zusätzliche Klassenzimmer, Kreativ- und Lehrmittelraum sowie eine Aula mit angrenzender Essenausgabe für die Schulspeisung. Der Flur wird mit Lichtkuppeln im Dach erhellt.

Anhand vieler Details zeigte Schulze auch, wie schon in der Planung auf die besonderen Bedürfnisse der kleinen Nutzer eingegangen wird. So liegen die Klassenzimmer hier alle an der Hofseite, „mit einer Tür nach draußen“. Das entspricht zum einen dem Brandschutzkonzept, „aber dadurch kann auch der Unterricht spontan mal nach draußen verlagert werden“, so Schulze. Eingegangen war man im Planungsbüro zudem auf den Bewegungsdrang der Kids. Ein Spielplatz mit Schaukel und Klettergerüst soll auf dem Schulhof ebenso entstehen wie ein Kombiballplatz mit einem Ballfangzaun. „Denn die Jungs aus der Vierten haben doch schon einen strammen Schuss“, habe er sich von den Lehrern sagen lassen, zwinkerte Schulze.

Die großen alten Bäume auf dem Schulhof bleiben in der neuen Variante übrigens erhalten. Auch das kam bei den Anwesenden im Rathaussaal gut an. Der bisherige Unterstand soll ebenfalls weiterhin genutzt werden, informierte der Architekt. Und „wenn ein bisschen Geld übrig bleibt, können wir da auch noch etwas sanieren.“

Denn der Kostenfaktor, das machte Schulze gestern auch noch einmal klar, ist der Dreh- und Angelpunkt des gesamten Konzeptes. Kämmerin Ingrid Bösener nannte die Zahlen noch mal zur Erinnerung: 1,9 Millionen Euro Fördermittel und 500 000 Euro Eigenanteil fließen ins Projekt Grundschule. Mehrkosten würden allein auf die Kommune zukommen.

Genaue Zahlen gibt‘s allerdings erst, wenn auch die Fachplanungen (Elektro,- Heizungs- und Brandschutzkonzept und Statikberechnung) vorliegen. Das wird spätesten am 31. August so weit sein.

Bevor die Arbeiten dann aber tatsächlich beginnen können, wird das Konzept noch einmal beim Landesverwaltungsamt eingereicht, erklärt Schulze. „Die prüfen dann erst noch einmal, ob sich die Stadt Kalbe hier nicht etwa irgendeinen kleinen Luxus gönnt“.

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