Neue Bäume sollen am Denkmalplatz in Kalbe gepflanzt werden

Kalbes Kultur- und Heimatverein ruft zum Spenden auf

Bäume auf dem Denkmalplatz in Kalbe werden gefällt
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Tote und kranke Bäume am Kalbenser Denkmalplatz mussten 2017 und im vergangenen Jahr gefällt werden. Der Kultur- und Heimatverein ruft zu einer Spendensammlung für Neuanpflanzungen auf.
  • Hanna Koerdt
    VonHanna Koerdt
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Schon viele Veränderungen durchlebte der Denkmalplatz zwischen der Ernst-Thälmann-Straße und der Alten Bahnhofstraße in Kalbe. Nun soll sich wieder etwas verändern: Es sollen neue Bäume angepflanzt werden. Zu diesem Zweck ruft der Kalbenser Kultur- und Heimatverein zu einer Spendenaktion auf.

Kalbe – Nachdem der Jüdische Friedhof 1904 offiziell auf dem Platz geschlossen wurde, wurden dort Bäume gepflanzt. Sie hatten bereits eine ansehnliche Größe erreicht, als nach dem 1. Weltkrieg das Denkmal für die Kriegsgefangenen eingeweiht wurde. Ein Baum fiel den Flammen zum Opfer, als am 11. April 1945 ein Panzerwagen explodierte. Zu DDR-Zeiten wurde das Denkmal abgebaut und durch eine Stele mit Weltkugel und Friedenstaube ersetzt. Nach der Wende wurde dieses Denkmal wiederum entsorgt und das Kriegerdenkmal zurückgeholt, welches zwischenzeitlich am Friedhof stand.

In all der Zeit blieb der einst genannte Kriegerdenkmalplatz, dann Hindenburgplatz, wiederum umbenannte „Platz für Frieden und Sozialismus“ und schließlich Denkmalplatz eine kleine grüne Oase im Herzen der Stadt. Bis vor wenigen Jahren Trockenheit und Alter den Bäumen zusetzten. Im Februar 2017 wurden an der Seite der Thälmannstraße zwei Bäume gefällt, im vergangenen Jahr folgten zwei weitere und andere mussten stark beschnitten werden. Auch in diesem Frühjahr starben zwei Bäume ab. Damit der Platz „wieder in alter Pracht erblühen kann“, wie der Kalbenser Kultur- und Heimatverein mitteilt, sollen Spenden gesammelt werden. Der Verein selbst wird einen Baum spenden, es liegen auch schon ähnliche Erklärungen von Privatpersonen vor, die sich an dem Projekt beteiligen möchten. „Auch unser Gewerbestammtisch hat bereits seine Unterstützung zugesagt“, teilen Vereinsvorsitzende Martina Majewski und Vorstandsmitglied Henning Krüger mit.

Die Stadt freut sich ebenso über die Aktion. Sie ist eigentlich nicht verpflichtet dazu, an dem Platz Ersatz- bzw. Neuanpflanzungen zu machen, da die Bäume abgenommen werden mussten, weil Gefahr in Verzug war. „Aber wir sind natürlich bemüht, in solchen Fällen für Ersatz zu sorgen“, erklärt Kalbes Bürgermeister Karsten Ruth. Denn schließlich machen die vielen Grünanlagen die Mildestadt aus. „Die Spenden entlasten uns finanziell. Aber noch hochwertiger ist, dass sich hier wieder die Verbundenheit und Identifikation der Bürger mit ihrer Heimatstadt zeigt“, sagt Ruth. Er leitete die Anfrage für das Vorhaben auch an den Ortschaftsrat Kalbe weiter, der sich im Umlaufverfahren zu der Aktion positionierte. Auch hier, erklärt Ortsbürgermeister Heiko Gabriel, habe es ein positives Feedback gegeben. „Ich denke, das ist wieder eine gute Aktion aus der Bürgerschaft heraus“, sagt Gabriel und denkt an vergangene positive Beispiele für solche Aktionen, darunter beispielsweise die Spende der Jagdgenossenschaft Kalbe für die Pappelallee an der Kuhbrücke vor wenigen Jahren.

Die Stadt holt nun Kostenvoranschläge für die Beräumung und Neuanpflanzungen auf dem Denkmalplatz ein. „Wir werden unter einander abstimmen, wie die Kosten aufgeteilt werden“, erklärt Ruth, da sich die Stadt ebenfalls einbringt.

Spenden können an die Sparkasse Altmark West, IBAN: DE63 8105 5555 3035 0041 28, BIC: NOLADE 21SAW; oder an die Raiffeisenbank Kalbe-Bismark eG, IBAN: DE 78 8106 3028 0000 0305 11, BIC: GENODE F1KAB überwiesen werden.

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