Fehlende Abrechnung kostet

Kalbe verliert rund 50.000 Euro im Jahr durch Einsätze, die andere zahlen müssten

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Die Feuerwehren müssen immer wieder Ölspuren beseitigen. Diese Einsätze könnten mit einer Gebührensatzung durch den Verursacher gezahlt werden.

Kalbe – Ganz verschiedene Probleme sprach Kalbes Stadtwehrleiter Jörg Kämpfer am Donnerstagabend im Zuge der Jahreshauptversammlung der Stadtfeuerwehr, bei der auch alle Zugbereichsleiter zu Wort kommen, an.

Zum Beispiel, dass mehr Atemschutzgeräteträger gemeldet sind, als tatsächlich aktiv im Einsatz – „Überprüft das und meldet nur die, die tauglich sind, nicht alle, die den Lehrgang mal gemacht haben“, appellierte Kämpfer.

Auch die „Selbstalarmierung“ sprach der Stadtwehrleiter an – wenn Feuerwehren sich auf den Schlips getreten fühlen, weil sie nicht zu einem Einsatz in ihrem Einsatzgebiet gerufen wurden und sich dann aber trotzdem auf den Weg machen. Dies sei allerdings meist dadurch bedingt, dass Menschen in der Leitstelle anrufen, die „zum Beispiel auf dem Weg von Altmersleben sind und das als Ort angeben, obwohl sie schon näher an Kalbe sind“, erklärte Kämpfer.

Insgesamt werde das „Personal am Tage recht dünn“, sprach er die weniger werdenden Einsatzkräfte an. Hier sollten noch mehr Anreize gemacht werden, in die Feuerwehr einzutreten. Zum Beispiel durch die öffentliche Darstellung der Wehren und den Bürokratieabbau: „Ich bin nicht zur Feuerwehr gegangen, um eine Bedarfsplanung zu erstellen“, so Kämpfer. Ein gewisser Grad gehöre dazu, aber „die Bürokratie muss weg vom Ehrenamt“.

Als eine der größten Nöte sprach Jörg Kämpfer allerdings die Einsätze an, die abrechenbar sind. Seit Juni gab es im Einheitsgemeindegebiet 35 Einsätze, von denen mehr als die Hälfte vom Verursacher gezahlt werden hätten müssen, zum Beispiel Türöffnungen, Ölspuren und der Transport von sehr schweren Menschen. „Wir haben bei diesen Einsätzen 412 Stunden geleistet, die wir keinem in Rechnung gestellt haben, 20 Fahrzeuge bewegt, insgesamt etwa 59 Stunden lang“, erklärte Kämpfer. Das seien umgerechnet circa 25 000 Euro, die die Stadt hätte einfordern können. Auf ein ganzes Jahr gemünzt sind es sogar 50 000 Euro.

Das Problem sind die gesetzlichen Regelungen einer Gebührensatzung. Für eine gerichtsfeste Rechnungsstellung bedarf es einer genauen Analyse der Kosten, die beim Einsatz entstanden sind. Hier müssen nicht nur die genutzte Technik und Arbeitszeit, sondern auch alle Nebenkosten einkalkuliert werden, wie zum Beispiel die Bewirtschafftung der Gerätehäuser. Dafür braucht es Daten. Diese wurden neben dem Alltagsgeschäft im Zuge der Einführung der Doppik von der Verwaltung gesammelt, sogar eine Hilfskraft wurde dafür eingestellt. Allerdings wurden die Ergebnisse beanstandet. Die Stadt ist aber dabei, nachzubessern, um künftig Rechnungen stellen zu können.

VON HANNA KOERDT

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