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Hunde(haufen)steuer die Lösung?

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Von: Hanna Koerdt

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ein Hundehaufen
Wie kann man in Kalbe das Problem der liegengelassenen Hundehaufen lösen? Darüber sprach vor Kurzem der Altmärkische Tourismusverein Kalbe. © Ina Tschakyrow

„Wir hatten das auch schon im Stadtrat“, erklärte Melissa Schmidt vor Kurzem während der Jahreshauptversammlung des Altmärkischen Tourismusvereins Kalbe und reagierte damit auf ein Problem, das von den Mitgliedern angesprochen wurde: Hundehaufen auf und an den Wegen in der Stadt.

Kalbe – „Überall“ würden Haufen herumliegen, monierten einige Mitglieder. „Es ist extrem geworden“, bestätigte Melissa Schmidt. Die Hundehalter lassen die Haufen ihrer Vierbeiner gerne herumliegen, statt sie einzutüten und in einem der Abfallkörbe, die in der Stadt verteilt sind, zu entsorgen. Gefragt wurde deshalb bei der Versammlung, ob nicht doch Tüten-Spender für Hundehalter im Stadtgebiet aufgestellt werden könnten. In den Kalbenser Gremien wurde dieses Thema schon diskutiert, erklärte Melissa Schmidt, die nicht nur Vereinsvorsitzende, sondern seit vielen Jahren auch Stadtratsmitglied ist. Verantwortungsvolle Hundehalter haben bei jedem Gassi-Gang eigene Kotbeutel dabei, aber „diejenigen, denen man so einen Beutelstand hinstellt, würden sich auch dann keinen Beutel ziehen“, argumentierte Melissa Schmidt. Das denkt auch Kalbes Bürgermeister Karsten Ruth auf Nachfrage der AZ und sagt, der Umgang mit den Hinterlassenschaften von Hunden sei letztlich „eine Erziehungsfrage“. Erfahrungen anderer Kommunen zeigen außerdem, dass die Beutelspender oft zweckentfremdet und kaputtgemacht werden. Und eben trotzdem noch Haufen auf Gehwegen und Parkflächen liegen.

Bei der Jahreshauptversammlung schlug Melissa Schmidt vor, mit ihrer Fraktion (CDU) eventuell einen Antrag im Stadtrat einzubringen, die Hundesteuer schmerzlich spürbar zu erhöhen und von diesem Mehrbetrag die Säuberung von Hundehaufen durch die städtischen Grünpflege-Mitarbeiter zu finanzieren. Das müssten dann „alle Hundebesitzer mittragen“, erklärte Melissa Schmidt. Allerdings müsste eine Steuererhöhung schon sehr hoch sein, um quasi eine eigene Stelle nur für diese Aufgabe zu schaffen bzw. zu bezahlen, erklärt Karsten Ruth auf Nachfrage hinsichtlich der Realisierbarkeit dieses Vorschlags. Außerdem werde die Hundesteuer nicht für bestimmte Maßnahmen eingesetzt und nach Ausgaben aufgeteilt.

Die Steuergelder fließen allgemein in die Deckung des Haushaltes und finanzieren damit auch den Bauhof, wodurch die Grünpflege und Säuberung der kommunalen Flächen ohnehin mit abgedeckt werden.

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