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Einen Profit für Kalbe aushandeln

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Von: Hanna Koerdt

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Gewerbegebiet an der Vahrholzer Straße in Kalbe
Auf Gewerbeflächen an der Vahrholzer Straße möchte ein Investor Solaranlagen bauen. Der Ortschaftsrat stimmte zu, möchte aber verhandeln. © Hanna Koerdt

Wie kann die Kommune vom Bau einer Solarfreiflächenanlage profitieren? Damit beschäftigte sich der Ortschaftsrat Kalbe. Denn erneut gibt es Pläne für einen Bau, diesmal auf den Flächen eines Gewerbegebietes an der Vahrholzer Straße.

Kalbe – „Wir können Nein sagen“, erklärte Kalbes Ortsbürgermeister Heiko Gabriel während der Beratung des Ortschaftsrates zur Errichtung einer Freiflächensolaranlage auf dem ehemaligen Behälterbau-Gelände an der Vahrholzer Straße.

Das Gelände ist schon seit längerer Zeit leer, vor dem Tor prangt ein großes Schild mit dem Hinweis, dass das Gewerbegebiet zu verkaufen sei. Hat das Areal eine Zukunft als Gewerbestandort? Die sehe Gerhard Gansewig nicht und fragte: „Hat uns das zu interessieren? Haben wir darauf Einfluss?“ Heiko Gabriel erklärte, dass das Gebiet als Gewerbegebiet ausgewiesen sei. Dies müsse für den Bau der Fotovoltaikanlagen im Flächennutzungsplan geändert werden, und die Kommune habe deshalb das Recht zu entscheiden, ob sie die Anlage dort haben möchte oder nicht, weil zum Beispiel das Gelände anders genutzt werden soll. Das Gewerbegebiet stehe aber schon „eine Weile leer“, fügte Gabriel hinzu. Und Günter Pusch gab zu bedenken: „Was nützt uns das für die Zukunft, wenn es nur verwildert?“

Dass sich irgendwann doch noch eine große Firma dort ansiedele, sei derzeit völlig offen und spekulativ, waren sich die Ortschaftsratsmitglieder einig. Deshalb stimmten sie letztlich dem Vorhaben des Investors zu, dort Solaranlagen zu bauen. Allerdings unter Vorbehalt, nämlich mit „Anklopfen“, so Gerhard Gansewig. Denn die Kommune soll von diesem Einverständnis profitieren. Zwar werde die Gemeinde durch die Solaranlagen 7000 Euro jährlich an Einnahmen haben, weil sie 0,2 Cent an jeder Kilowattstunde mitverdient, erklärte Heiko Gabriel, doch „das holt sich der Betreiber ja zurück.“ Doch die Aussicht auf Gewerbesteuer-Einnahmen für die Kommune sei gering.

Deshalb müsse man, bevor dem Vorhaben endgültig stattgegeben werde, mit dem Investor sprechen und noch etwas für die Kommune aushandeln. Beispielsweise Spenden für Spielplätze, oder zur Beseitigung bzw. Neuanschaffung nach Vandalismus, äußerten die Ratsmitglieder Ideen. Ohne solche Anreize „haben wir nichts davon. Wir sind nicht käuflich, aber wir müssen an die Zukunft der Stadt denken“, befand Heiko Gabriel und der Rat stimmte ihm zu.

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