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Sechs Lehrkräfte in Vollzeit fehlen

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Von: Hanna Koerdt

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Die Sekundarschule Kalbe
Sechs Lehrerstellen sind an der Sekundarschule Kalbe unbesetzt. Quereinsteiger könnten helfen, für Interessierte findet am 19. Januar ein Info-Abend statt. © Maik Bock

Sechs Lehrkräfte in Vollzeit fehlen der Sekundarschule Kalbe. Der Lehrermangel ist hier besonders spürbar, betroffen sind vor allem Mathematik und andere Naturwissenschaften. Helfen könnte die Besetzung der Stellen mit Quereinsteigern. Das Landesschulamt lädt deshalb zu einem Info-Abend für Interessierte ein.

Kalbe – In der ganzen Bundesrepublik ist der Lehrermangel ein großes Problem. Die Sekundarschule Kalbe ist ebenfalls betroffen, sogar in besonderem Maße: „Aktuell fehlt uns ein Arbeitsvermögen, das fast sechs vollen Stellen entspricht. Das ist natürlich eine große Belastung für die Schule mit ihren aktuell 14 Lehrkräften“, teilt auf Nachfrage der Altmark-Zeitung Tobias Kühne, Pressesprecher des Landesschulamtes Sachsen-Anhalt, mit. Das Land versucht, die Stellen mit Quereinsteigern zu besetzen. Ein entsprechender Informationsabend wird in der Kalbenser Sekundarschule am Donnerstag, 19. Januar, angeboten.

„In Kalbe haben wir aktuell ein besonders großes Problem mit dem Fach Mathematik. Aber auch andere naturwissenschaftliche Fächer sind betroffen“, erklärt Tobias Kühne. Es werde „händeringend“ nach Lehrkräften gesucht. Wie viel Unterricht im vergangenen Jahr durch die unbesetzten Stellen ausgefallen ist, lasse sich so einfach nicht beziffern, denn es spielen beim Unterrichtsausfall diverse Faktoren eine Rolle, so der Pressesprecher. So habe es im Schuljahr 2021/22 wegen der Corona-Pandemie zeitweilige Phasen mit Schulschließungen gegeben. Weil außerdem auch Lehrkräfte wie auch Schülerinnen und Schüler von Quarantänen etc. betroffen waren, seien „Aussagen nur schwer zu machen, die gleichzeitig Vergleiche mit nicht durch solche besonderen Umstände beeinträchtigte Zeiten zulassen“, erklärt Kühne.

Um die Zahl der fehlenden ausgebildeten Lehrkräfte zu kompensieren, startete das Land Sachsen-Anhalt vor zweieinhalb Jahren mit einem sogenannten „Speeddating“, einer Veranstaltungsreihe für Seiteneinsteiger in den Lehrerberuf. Bisher wurde diese rund 30 Mal landesweit an Schulen durchgeführt, in der hiesigen Region bisher in Osterburg und Beetzendorf. Diesmal in Kalbe. Doch obgleich die Situation an der Sekundarschule der Mildestadt besonders kritisch ist, bezieht sich die Veranstaltung nicht nur auf diese eine Bildungseinrichtung

Schließlich besteht der Lehrermangel auch an anderen Schulen – Sekundarschulen sind laut des Landesschulamtes insgesamt am stärksten betroffen. Die Unterrichtsversorgung lag im Altmarkkreis Salzwedel im vergangenen Schuljahr 2021/22 bei 91,3 Prozent (für alle Schulformen ab der Grundschule), im aktuellen Schuljahr 2022/23 ist die Zahl nochmals gesunken, auf 90,9 Prozent. Das Landesziel liegt bei 103 Prozent. Im Vergleich zum Vorjahr fehlen nochmals drei Vollzeitstellen mehr. Das prozentuale Defizit entspricht einem Arbeitsvolumen von 59 vollzeitbeschäftigten Lehrkräften. Allein 45 Lehrerinnen und Lehrer sind beispielsweise durch Langzeiterkrankungen, Kuren, Mutterschutz, Elternzeit und Ähnliches zwar theoretisch angestellt, aber stehen nicht zur Verfügung. 14 Vollzeitstellen – bedenkt man Teilzeitbeschäftigte, sind es sogar noch mehr Stellen – sind komplett unbesetzt.

An dem Informationsabend für interessierte Quereinsteiger, der am Donnerstag, 19. Januar, von 17 bis 19 Uhr in der Sekundarschule geplant ist, nehmen die Schulleitungen der Sekundarschulen in Kalbe, Gardelegen und Klötze teil. Die Dezernentin für Bildung des Altmarkkreises hat ihr Kommen angekündigt, außerdem die CDU-Landtagsabgeordnete Sandra Hietel-Heuer sowie schulfachliche Referenten sowie eine Expertin aus dem Einstellungsbereich des Landesschulamtes.

Seiteneinsteiger, die gerne unterrichten würden, müssen einen Hochschulabschluss (Bachelor, Master, Diplom) haben.

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