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Kalbe: Schutz der Krähen für Vergrämung verringern

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Von: Ina Tschakyrow

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Krähe
Jedes Jahr im Frühling bauen die Krähen an der Schulstraße beim Friedhof in Kalbe Nester. Deswegen sind Straße und Gehweg immer wieder verdreckt. © Ina Tschakyrow

Wieder sind die vielen Krähen, die ihre Nester in Kalbe bauen, Thema. Es gibt Lärm, die Straße ist verdreckt. Es soll versucht werden, den Schutz der geschützten Tiere, zu reduzieren, damit Maßnahmen umgesetzt werden können.

Kalbe – Die Krähen fliegen wieder hin und her, mit Nistmaterial im Schnabel, um die Nester zu bauen. Das Krächzen ist laut. Auf der Straße liegen Äste, parkende Autos sind mit den Exkrementen beschmiert – so ist es in Kalbe an der Schulstraße am Friedhof jedes Jahr im Frühling. Es gab verschiedene Versuche, die Krähen zu vergrämen. Im vergangenen Jahr hatte Karsten Ruth „vorsorglich bei der Oberen Naturschutzbehörde im Landesverwaltungsamt eine Verlängerung der Ausnahmeregelungen zur Krähenvergrämung erfolgreich beantragt“, teilt der Bürgermeister auf Nachfrage der Altmark-Zeitung mit.

Auch dieses Jahr gibt es wieder Beschwerden. Im Februar fand deswegen eine Beratung mit Vertretern der Stadtverwaltung, des Tourismusvereins Kalbe, der Ortsfeuerwehr Kalbe, mit Ortsbürgermeister Heiko Gabriel und betroffenen Bürgern statt, informiert Kalbes Bürgermeister Karsten Ruth. Er teilt mit, dass „im Rahmen der weiterhin geltenden räumlichen und zeitlichen Einschränkungen der naturschutzrechtlichen Genehmigung weder der erneute Einsatz von ehrenamtlichen Helfern der Feuerwehr noch der finanzielle Aufwand zu rechtfertigen wären“. Zu dieser Erkenntnis kamen die Anwesenden auch in Auswertung von vorjährigen Aktionen. „Aus diesem Grunde soll jetzt darauf abgestellt werden, mit Hilfe der Landesregierung unter Einbindung weiterer betroffener Kommunen auf eine Gesetzesänderung hinzuwirken, die unter bestimmten Voraussetzungen den relativ absoluten Schutz der Saatkrähe reduziert“, teilt Karsten Ruth weiter mit. Es wurden dahingehend bereits erste Schritte eingeleitet. „Von dem Vorgenannten unberührt bleiben etwaige Bekämpfungsaktionen auf dem aktiven Teil des Friedhofes“, erklärt der Bürgermeister.

Thematisiert wurden die Krähen auch im städtischen Bauausschuss am Dienstagabend in Kalbe im Rathaussaal, als Ortsbürgermeister Heiko Gabriel darauf aufmerksam machte, dass die kleinen Äste, die auf der Straße und dem Gehweg liegen, die zusammengefegt werden, sofort entsorgt werden sollten. Wenn diese liegen bleiben, sagte er, „nehmen das die Krähen wieder für den Nestbau“. Ulf Kamith, Vorsitzender des Bauausschusses, sagte, dass er mal gehört habe, dass die Krähen, wenn sie die Äste aus den Haufen nehmen, keine Äste aus den Bäumen brechen und damit keine jungen Austriebe beschädigen. Dennoch sei es wichtig, dass Maßnahmen ergriffen werden und davon die „Naturschutzbehörde zu überzeugen“. Dazu merkte Bernd Pawelski an, dass die Krähe ein „geschützter Vogel“ ist, weswegen es schwierig ist, entsprechende Maßnahmen umzusetzen.

Heiko Gabriel schlug vor, auf die Politik Druck auszuüben. „Wie auch mit dem Wolf, wo es jetzt die politische Diskussion gibt, ob Abschuss oder nicht“, verglich Heiko Gabriel. Es sei wichtig, dass die Problematik „gemeinsam nach oben getragen wird“ – woran derzeit auch schon gearbeitet werde, wie Karsten Ruth informierte.

Im vergangenen Jahr wurden mehr als 700 Nester gezählt. Im Stadtpark gibt es die größte Saatkrähenkolonie in Sachsen-Anhalt.

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