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Gerätehaus Kalbe: Bau mit und ohne Förderung

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Von: Hanna Koerdt

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Das Gerätehaus in Kalbe
In Kalbe muss ein neues Gerätehaus gebaut werden. Der Stadtrat hat aktuell zwei Varianten beschlossen, für einen Bau mit und ohne Fördergeld. © Hanna Koerdt

Der Planer des Gerätehauses in Kalbe hat gekündigt. Nun musste der Stadtrat sich beraten, wie es mit dem Bauprojekt finanziell weitergeht.

Kalbe – Erneut stand das Kalbenser Feuerwehrgerätehaus vor wenigen Tagen auf der Tagesordnung des Stadtrates. Und erneut ging es darum, in welchem finanziellen Umfang es gebaut werden soll.

Die Stadträte hatten vor einigen Wochen dazu bereits eine Eilsitzung einberufen. Die Kosten für das Gebäude, welches neben den benötigten sieben Stellflächen, Umkleiden und Lagerräumen auch einen Versammlungsraum, Räume für Kinder- und Jugendfeuerwehr, für die Einsatzleitung, Büros und einen Sportraum umfassen soll, gestalteten sich deutlich höher, nämlich rund 5,3 Millionen Euro, als es von der Stadt in vorherigen Beschlüssen festgelegt wurde. Und das, obwohl bereits Abstriche gemacht worden waren. Während der Eilsitzung beschloss der Stadtrat, dass der Planer unter Einbeziehung der Verwaltung und Feuerwehr neu planen und versuchen sollte, weitere Einsparungen zu finden, den Umfang zu reduzieren und zum Beispiel ebenerdig zu bauen.

Schon als diese Entscheidung fiel, war ungewiss, ob die Stadt Kalbe die Fördermittel des Landes in Höhe von 1,065 Millionen Euro noch fristgerecht hätte nutzen können. Jetzt hat sich die Situation noch einmal verschärft: Der Planer hat den Auftrag gekündigt. Ein neues europaweites Vergabeverfahren ist erforderlich, wodurch erneut Zeit ins Land geht. Schon bei der ersten Ausschreibung fand sich kein Anbieter, die Ausschreibung wurde noch dreimal wiederholt. Beim Landesverwaltungsamt läuft derzeit ein Anhörungsverfahren für einen Sonderstatus, welcher der Stadt Kalbe wegen widriger Umstände eingeräumt werden könnte. Es gebe also noch eine Chance, die Fördermittel zu nutzen, auch wenn sie gering sei, erklärte Kalbes Bürgermeister Karsten Ruth. Doch was wäre zu tun, wenn die Fördermittel nicht genutzt werden dürfen? Der Ausgang des Anhörungsverfahrens ist offen, ein Beschluss solle aber jetzt schon gefasst werden, damit „der Ball am Laufen“ gehalten wird.

Der Stadtrat hat am Donnerstag zwei Varianten beschlossen. Die erste Variante greift, wenn die Fördermittel bleiben. Die Gesamtkosten sind bei vier Millionen Euro gedeckelt. Die zweite Variante greift, wenn die Fördermittel nicht in Anspruch genommen werden dürfen und der Fördermittelbescheid zurückgenommen wird. Die gesamten Kosten würde die Kommune alleine tragen, finanziert über einen Kredit. Der Haushalt der Stadt erlaubt nur eine Bereitstellung von maximal drei Millionen Euro. Mit einer Enthaltung und 14 Ja-Stimmen wurde der Beschluss gefasst.

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