Nachwuchs-Musiker aus Kalbe machen beim Kinder- und Jugend-Kultur-Preis mit

„Gegenwart“ neu interpretiert

Band spielt Musik im Probenraum
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Finn Schmieder (v.l.), Johann Krüger, Paul Krüger und Josuel Rackow proben im „Kroko“ das Lied „Gegenwart“ von AnnenMayKantereit, mit dem sie am Kinder- und Jugend-Kultur-Preis mitmachen.
  • Hanna Koerdt
    vonHanna Koerdt
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Raus aus dem Alltag, ran an die Instrumente: Vier Nachwuchs-Talente aus Kalbe wollen mit einem Cover eines Corona-Songs am Kinder- und Jugend-Kultur-Preis des Landes Sachsen-Anhalt teilnehmen.

Kalbe – „Die Kneipen schließen, die Kinos auch. Und im Schauspielhaus fällt der letzte Vorhang aus“ singt Henning May von AnnenMayKantereit im Lied „Gegenwart“. Es ist auf dem neuesten Album der Band, das im vergangenen Corona-Jahr entstanden ist. Finn Schmieder, Paul Krüger, Josuel Rackow und Johann Krüger bringen jetzt ihren ganz eigenen Twist in den Song, mit dem sie sich für den Kinder- und Jugend-Kultur-Preis des Landes Sachsen-Anhalt bewerben.

Bandarbeit im Kalbenser Jugendclub

Schon seit über einem Jahr treffen sich Paul, Josuel und Finn, alle 14 Jahre alt, zum Musikmachen im Kalbenser „Kroko“. Paul spielt Schlagzeug, Josuel ist Gitarrist und Finn spielt Bass. Im „Kroko“ lagen die Flyer für den Wettbewerb. Mit Unterstützung von Michael Krüger, der als angehender Musik-Pädagoge im „Kroko“ mitarbeitet, entschlossen sich die Jungs dazu, beim Wettbewerb mitzumachen. Der elfjährige Johann wurde für das Projekt noch dazugeholt.

Wettbewerbs-Motto: Verwandeln

Das Motto des 24. Kinder- und Jugend-Kultur-Preises ist in diesem Jahr „Verwandeln“. Ob sie sich für ein Musikvideo noch Kostüme anziehen, das wissen die Jungs nicht. Als Verwandlung interpretieren sie eher das Musikmachen selbst. „Wir wollen Musiker werden“, erklärt Josuel. In diese verwandeln sich die Schüler immer im Bandraum, wenn sie mit Unterricht und Co., aktuell Homeschooling, fertig sind. Die Band ist momentan auch eine Gelegenheit, aus dem Corona-Alltag rauszukommen, auch eine Art Verwandlung. Die Pandemie und all die Veränderungen, die sie mit sich brachte, das beschäftigt auch die Jugendlichen. Deshalb haben sie sich als Wettbewerbsbeitrag „Gegenwart“ von AnnenMayKantereit ausgesucht. Sie hatten überlegt, einen eigenen Corona-Song zu schreiben, aber in der Kürze der Zeit wäre es wohl schwierig geworden, zumal die Jungs als Songwriter noch keine Erfahrung haben. Sie üben sich bisher noch mit Coversongs, zum Repertoire gehören unter anderem Revolverheld, Nirvana, Feine Sahne Fischfilet oder auch die Toten Hosen, „alles Mögliche aus Rock und Pop“, fasst es Finn zusammen. „Gegenwart“ geben die Jungs einen ganz neuen Anstrich, sie spielen das Lied in deutlich schnellerem Tempo ein als das Original.

Lust auf Gesang?

Die 16-jährige Anna Ebeling singt den Text ein. Doch eigentlich sucht die Band einen Sänger oder eine Sängerin. Wer Lust hat, kann sich im „Kroko“ melden, unter Telefon 0174 54 35 148. Anna singt allerdings zu Hause, auch wenn sie bei den Proben zusieht. Denn coronabedingt kann sie nicht mit der Band singen. Das macht aber nichts. Michael Krüger benutzt eine App, um das Musikstück zu arrangieren. Anna könnte quasi in Australien, Josua in Asien und die anderen auch weltweit verstreut sein und trotzdem ein Lied gemeinsam aufnehmen. Die App macht das möglich. Es werden alle Instrumente und der Gesang einzeln aufgenommen und können in mit der App verschickt, zusammengelegt, geschnitten und gemixt werden. „Hohe Qualität, aber ohne Präsenz“, erklärt Michael Krüger. Proben können die Jungs an den Instrumenten trotzdem auch in Lockdown-Zeiten, denn das „Kroko“ darf als soziale Jugendeinrichtung geöffnet sein. Allerdings wird nur in geschlossenen Gruppen bzw. an Projekten gearbeitet, denn es kommen normalerweise Jugendliche aus verschiedenen Schulen ins „Kroko“, die sich jetzt nicht vermischen sollen.

Bis zum 2. April haben die Nachwuchs-Musiker noch Zeit am Song zu arbeiten, denn dann ist Einsendeschluss. Für „Ruhm und Ehre“ machen sie mit, gewinnen können sie allerdings auch Preisgelder bis zu 2000 Euro. Irgendwann in diesem Jahr sollen auch die Kalbenser den frischen Band-Zuwachs für die Stadt kennenlernen. „Wir wollen zur offenen Bühne beim Sommercampus“, sagt Volkmar Erl. Vielleicht dann ja als preisgekrönte Band.

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