Viel Schönes erlebt

Kalbe: Nach zwei Jahren hört Giesela Brand in der Begegnungsstätte auf

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Giesela Brandt (rechts) organisiert das wöchentliche Programm in der Begegnungsstätte. Das übernehmen ab Februar Sandra Nitsche (links) und Nancy Heinecke.

Kalbe – Schon beim Betreten der Begegnungsstätte riecht es nach Essen, einige Senioren sitzen schon an ihren Plätzen am Tisch, während in der Küche Geschirr klappert, der Fisch in der Pfanne von Nancy Heinecke gewendet wird, Sandra Nitsche Saft in Gläser füllt und Giesela Brand Kartoffelbrei zubereitet.

Mittagessen kocht die 70-Jährige schon seit fast zwei Jahren für die Senioren.

Außerdem organisiert sie das wöchentliche Programm für die Senioren in der Volkssolidaritäts-Begegnungsstätte. Doch damit ist in wenigen Wochen Schluss, Giesela Brand hört im Februar auf, dort zu arbeiten. „Ich werde das vermissen“, erzählt sie am Herd stehend, „ich kenne hier alle und habe die Arbeit gerne gemacht“.

Neben dem Planen und Kochen des Mittagessens, was es immer mittwochs gibt, ist die Kalbenserin für die Treffen der Kartenspieler oder Handarbeitsdamen sowie für verschiedene Veranstaltungen verantwortlich.

Das übernehmen zukünftig Nancy Heinecke und Sandra Nitsche, die von der 70-Jährigen bereits seit einer Woche angelernt werden, „damit wir nicht ins kalte Wasser geschmissen werden“, schmunzelt Nancy Heinecke, während sie den Fisch in den Backofen zum Warmhalten schiebt.

Sie und Sandra Nitsche, die durch eine Maßnahme des Jobcenters zu der Tätigkeit kamen, wurden gut aufgenommen, erzählen sie. An ihren ersten Tag kann sich Giesela Brand auch noch erinnern. Denn ganz neu war das alles nicht für sie, sie half vorher schon öfter in der Begegnungsstätte aus. „Also kannten mich alle schon und ich hatte es nicht schwer“.

Zum Job kam sie schließlich, weil in der Begegnungsstätte bereits ihre Tochter arbeitete. Unbekannt war die Arbeit auch deswegen nicht, weil Giesela Brand beispielsweise schon seit Jahren immer mit zum Ferienlager Gager auf Rügen fuhr. Dort stand sie ebenfalls in der Küche und kochte für die Kinder. Nur die Arbeit mit den Senioren war neu für die 70-Jährige, die ihr viel Spaß macht.

Davon werden ihr in Erinnerung die Sommerfeste bleiben, bei denen auch Märchen aufgeführt wurden, und Besuche von Hort- sowie Kitakindern. Oder das Bänkefest im vergangenen Jahr, als die Volkssolidarität mit ihrer Bank gewann. Viel Spaß hatte die Kalbenserin an der Arbeit für das Strick-Tipi. „Es gab schon viele schöne Sachen hier“, resümiert sie und ruft Sandra Nitsche zu, dass die Kürbissuppe zu den Senioren gebracht werden kann.

Die hat die 70-Jährige gerne mit Desserts verwöhnt, zum Geburtstag gibt es kleine Geschenke, schmunzelt Giesela Brand, „sie sind auch traurig, dass ich gehe“. Denn sie führte mit ihnen Gespräche, „das brauchen sie auch“, weiß die Kalbenserin, als sie etwas verspätet das restliche Essen zu den Senioren bringt. Die essen schon, „eigentlich wünschen wir vorher immer „Guten Appetit“, erzählt sie. Das sagt Giesela Brand an diesem Tag später, setzt sich an den Tisch und isst gemeinsam mit den Senioren.

VON INA TSCHAKYROW

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