Ausstellung im „Alten Wachhaus“ erweitert / Burgmuseum wieder geöffnet

Kalbe: Kleinbahn ist Heimatgeschichte

Alles rund um die Kleinbahn: In Grüppchen, wie hier Hans Schmidt (v.l.), Heiko Gabriel und Wolfgang Lüttge, schauten sich am Freitag die Gäste im Burg- und Heimatmuseum in Kalbe den neuen Ausstellungsraum an.
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Alles rund um die Kleinbahn: In Grüppchen, wie hier Hans Schmidt (v.l.), Heiko Gabriel und Wolfgang Lüttge, schauten sich am Freitag die Gäste im Burg- und Heimatmuseum in Kalbe den neuen Ausstellungsraum an.

Kalbe – Es sei eine „Gemeinschaftsausstellung“, betonte am Freitagvormittag Henning Krüger. Nämlich die zur Kleinbahn, die ab sofort in Kalbes Burg- und Heimatmuseum „Altes Wachhaus“ zu sehen ist.

Viele Menschen haben dazu beigetragen, dass der neue Ausstellungsraum mit kleinen und größeren Exponaten, Texten und Co. gefüllt werden konnte. Henning Krüger und Wolfgang Lüttge hatten im März überlegt, was sich eventuell im Wachhaus noch verbessern oder erweitern ließe.

Exponate wie Weichenschlüssel, Uniform, Brigadetagebuch oder ein Modell des Bahnhofs sind zu sehen.

Sie hatten in der Vergangenheit immer wieder während der Führungen gemerkt, dass Besucher, besonders die von außerhalb, kein besonders großes Interesse an den Persönlichkeiten der Stadt zeigten, deren Biografien aber gleich zwei Räume ausfüllten. Also wurden die tafeln zu Johann Friedrich Danneil, Eugenie Schildt und noch anderen daraufhin in nur noch einem Raum zusammengefasst. „Ich finde, sie ergänzen sich alle gegenseitig sehr gut“, erklärte Henning Krüger bei der offiziellen Eröffnung der Ausstellung. In dem leeren Raum wurde nämlich ein Teil Heimatgeschichte integriert, der sich noch nicht im Museum wiederfand, allerdings eng mit Kalbe und den umliegenden Orten verflochten ist: die Kleinbahn.

1896 wurde in Klötze die Altmärkische Kleinbahn-Gesellschaft mbH gegründet, die erste Teilstrecke war Klötze-Faulenhorst. 1921/22 wurde eine Strecke von Wernstedt aus nach Kalbe gelegt. Wie sich die Kleinbahn weiterentwickelte, wie lang das Streckennetz war und vieles mehr erfahren die Besucher des „Alten Wachhauses“ ab sofort. Damit das möglich wird, sprach Henning Krüger den Kalbenser Maik Bock an, der ihm wiederum Kontakte gab. „Das Tollste war, dass einfach alle mitgemacht haben“, freute sich Henning Krüger bei der Eröffnung und erzählte, dass zum Beispiel Paul Schaper, der Dienststellenleiter des Bahnhofs in Kalbe, die Texte der QR-Codes eingesprochen und Exponate wie ein Brigadetagebuch beigetragen hat. Karsten Müller hat Uniformen, Kellen und noch andere diverse Stücke für die Ausstellung zur Verfügung gestellt, Knut Schulze ein Modell, Wolfgang Lüttge eine Schaufensterpuppe und seine handwerklichen Fähigkeiten, ebenso wie Bernhard Haase, Inge Bergmann, Heinz Günter Falk, Hans Schmidt und Wolfgang List mit helfenden Händen, Exponaten oder ihrem Wissen zur Kleinbahn zum Gelingen der Ausstellung beitrugen.

In Kleingruppen durften sich die Gäste anschließend selbst von dem Kleinbahn-Raum überzeugen. Auf einem Bildschirm laufen auch 80 Bilder ab, die den Besuchern einen Einblick geben, wie es einst war. Es kamen bei den Gästen auch gleich Erinnerungen auf. Zum Beispiel bei Kalbes Bürgermeister Karsten Ruth, der mit der Bahn nach Beetzendorf ins Internat fuhr und später nach Hohenwulsch. Die beigen, roten und türkisen Triebwagen „waren für mich immer ein Signal von Heimat“, meinte Ruth, der sich „nicht nur als Bürgermeister, sondern auch als Kalbenser“ dafür bedankte, dass es hier solch ein großes ehrenamtliches Engagement gibt.

Das Museum ist immer mittwochs, freitags und samstags von 16 bis 17 Uhr geöffnet. VON HANNA KOERDT

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