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Gehweg an Schule in Kalbe ist jetzt Lkw-Fahrbahn

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Von: Hanna Koerdt

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Ein Schild weist an der Sekundarschule auf einen gesperrten Fußgängerweg hin.
Der Gehweg an der Sekundarschule für Fußgänger gesperrt und ein Halteverbot an der gesamten Schulstraße? Die Kalbenser Kommunalpolitiker wollen etwas anderes – die Umleitung soll weg und eine über Wiepke geschaffen werden. © Hanna Koerdt

Die Umleitung durch Kalbe wegen des Baus einer Brücke bei Wiepke sorgt anhaltend für Ärger. Selbst die Lösungen sind fragwürdig: Die Sperrung eines Gehweges vor der Sekundarschule in Kalbe, damit darauf Lkw fahren können, sorgte im Hauptausschuss für Empörung.

Kalbe – „Wir können und wollen diese Situation nicht noch ein halbes Jahr hinnehmen, das ist eine Zumutung“, ärgerte sich am Donnerstag Mathias Graf im Hauptausschuss. Erneut diskutierten die Kommunalpolitiker über die Umleitung durch Kalbe. Denn wegen der Probleme, die sie verursacht, gibt es Änderungen. Allerdings nicht solche, die die Bürger und Verkehrsteilnehmer entlasten. Wohl eher im Gegenteil.

Vor rund einer Woche wurde die Feuerwehr Kalbe zu einem Großbrand nach Arneburg alarmiert, die Kameraden sollten zu einem Sammelpunkt kommen. Allerdings kam es für die Brandschützer schon beim Erreichen des Gerätehauses an der Schulstraße zu Problemen. Die Verkehrsbelastung war so hoch, dass sich der Verkehr an der Ampel dermaßen staute, dass die ganze Schulstraße „zu war“, berichtete Kalbes Bürgermeister Karsten Ruth dem Hauptausschuss. Teils waren beide Fahrspuren belegt, wodurch die Feuerwehrleute nicht zum Gerätehaus vorfahren konnten. Fahrer versuchten auch, an den vor der Ampel wartenden Fahrzeugen vorbei über die rote Ampel zu fahren – eine Situation, die schon häufiger vorgekommen ist. Feuerwehrleute wurden sogar absichtlich behindert und von wartenden Autofahrern beschimpft. Und das nicht zum ersten Mal.

Nach diesen Vorfällen haben die zuständige Landes- und Kreisbehörde als Lösung entschieden, auf der kompletten Schulstraße ein absolutes Halte- und Parkverbot einzurichten. Autofahrer müssen sich seit Donnerstagnachmittag außerdem schon ab Höhe des Rathauses auf die rechte Spur einordnen, informierte Ruth die Mitglieder des Hauptausschusses. Um die Belastung für die Bürger etwas zu mindern, hat der Bürgermeister die Verwaltungsmitarbeiter angewiesen, die Parkplätze am Rathaus freizuhalten.

Das Gremium diskutierte dann noch eine weitere Maßnahme zur Lösung des Umleitungsproblems: Der Gehweg entlang der Sekundarschule ist nun für Fußgänger gesperrt, weil die Lkw darauf fahren. Ein Lösungsansatz für die Sicherheit der Schüler und Fußgänger, den sich die Kalbenser Gremiumsmitglieder, die kürzlich erst diesbezüglich im Stadtrat appelliert hatten, dafür eine Lösung zu finden, sich ganz sicher anders vorgestellt haben, wie im Hauptausschuss deutlich wurde. „Das ist unter aller Kanone“, befand Graf. „Ich gebe Mathias recht. So was dürfen wir uns nicht bieten lassen“, erklärte Heiko Gabriel und auch die restlichen Mitglieder stimmten zu. Karsten Klingbeil berichtete zusätzlich, dass vor Kurzem auf einem Ländlichen Weg ein Betonmischer, der dort illegal entlang fuhr, in den Graben geriet und rausgeholt werden musste. In diesem Zuge fuhren Pkw-Fahrer, die auch abkürzen wollten, einfach über eine private Fläche vorbei. Melissa Schmidt wies darauf hin, dass die Beseitigung solcher illegal entstandener Schäden nicht funktioniere. „Als Insiderin“ zog sie die Umleitungsschäden zwischen Zethlingen und Badel während des Baus an der B 71 als Beispiel heran. Die Sanierungen „wurden nicht ausgeführt, das wissen wir alle“, erklärte Schmidt.

Jens Mösenthin fragte, welche Alternative es gebe, wozu Mathias Graf erklärte: „Eine kurze Umleitung über Wiepke“, dazu sei zwingend eine Vereinbarung des Straßenbaulastträgers und der Straßenbaubehörde mit einem dortigen Flächeneigentümer nötig. „Kalbe war da wohl die einfachste Lösung, aber der Gedanke war nicht richtig“, fasste Graf es zusammen. Karsten Ruth hat gestern erneut die Argumente des Hauptausschusses zusammengefasst und an die LSBB geschrieben.

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