Kinder bringen betrunkene Väter nach Hause

Alte Garagen werden als Trinkhallen genutzt

Verlassene Halle in Kalbe, die für Saufgelage genutzt wird.
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Die Hallen bzw. die Garage auf dem ehemaligen KfL-Areal in Kalbe, gleich neben einem Einkaufsmarkt, werden als „Trinkhallen“ genutzt. Die Stadt kann dies nicht verbieten, da es sich um ein Privatgrundstück handelt.
  • Hanna Koerdt
    VonHanna Koerdt
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Die verbliebenen Hallen des ehemaligen KfL-Geländes zwischen Siedlungsweg und Alter Bahnhofstraße in Kalbe sprach in der Einwohnerfragestunde des Stadtrates Jörg Kämpfer an. Sie seien von einigen Bürgern zu „Trinkhallen“ umfunktioniert worden.

Kalbe – Regelmäßig würden sich dort Bürger aufhalten und gemeinsam Alkohol trinken, auch während des Corona-Lockdowns, als solche Treffen eindeutig nicht erlaubt waren. Schlimm sei, dass dort teils Kinder ihre Väter betrunken nach Hause bringen müssten, berichtete Kämpfer von seinen Beobachtungen. Er machte auch auf den äußerlichen Zustand des Areals aufmerksam. Es bliebe Müll zurück. Auch die angrenzenden Gärten sind inzwischen ungepflegt und werden als Müllhalden missbraucht. Kämpfer fragte, ob die Stadt bei den beiden Problemen tätig werden könnte.

Nur bedingt, informiert Renate Ahlfeld vom Kalbenser Ordnungsamt auf Nachfrage der AZ. Das Ordnungsamt mache stichprobenartige Kontrollen an den Hallen. Es werde vor allem eine kleine vorgebaute Garage für die Treffen genutzt. Ein Platzverweis könne nicht ausgesprochen werden, da es sich um ein Privatgrundstück handelt. Die Stadt werde den Eigentümer aber nun anschreiben. „Wir empfehlen, das Grundstück im eigenen Interesse zu sichern“, so Ahlfeld. Die Hallen stehen bisher offen und sind auch nicht umzäunt. Die Menschen, die sich dort aufhalten, können lediglich darauf aufmerksam gemacht werden, dass sie ihren Müll mitnehmen, was dann auch von den Angesprochenen gemacht werde.

Die von Jörg Kämpfer angesprochenen Kleingärten seien teils in kommunalem Besitz und teils in privatem Besitz, erklärt Renate Ahlfeld. Die Pachtverträge der kommunalen Gärten wurden schon vor Längerem von der Stadt aufgekündigt, da das Gelände irgendwann als Wohnbaugebiet genutzt werden soll. Das Ordnungsamt werde sich zeitnah die eigenen Flächen ansehen und dann tätig. Um den Müll auf Privatgrundstücken müssen sich allerdings die jeweiligen Eigentümer kümmern, erklärt Renate Ahlfeld.

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