1. az-online.de
  2. Altmark
  3. Kalbe

Änderungen für Friedhöfe in Kalbe: Kosten für Bürger steigen

Erstellt:

Von: Hanna Koerdt

Kommentare

Das Urnenfeld auf dem Friedhof in Kalbe
Neben dem bestehenden Urnenfeld soll auf dem Kalbenser Friedhof ein Weiteres entstehen. Durch das Vorhaben und die Arbeit der Friedhofskommission ergeben sich Anpassungen für die Friedhofssatzung. Einige Änderungen werden auch zur Erhöhung der Nutzungsgebühren für Grabstellen und Trauerhallen führen. © Hanna Koerdt

Kalbenser Ortschaftsräte beschäftigen sich derzeit mit Änderungen der Friedhofssatzung. Einige Ortschaften sind mehr, andere weniger betroffen. Zum Beispiel, weil die Gebühren für Grabstellen angehoben werden müssen, aber nur auf kommunalen Friedhöfen.

Kalbe – Als erster Ortschaftsrat hatte Kakerbeck vor Kurzem einen Entwurf zur Änderung der Friedhofssatzung und der Friedhofsgebührensatzung für die kommunalen Friedhöfe und Trauerhallen in der Einheitsgemeinde Kalbe auf dem Tisch.
Der Ortschaftsrat hatte nichts am Entwurf zu beanstanden, die Arbeit der Verwaltung wurde sogar gelobt. Alle Ortschaftsräte werden sich mit der Satzungsänderung beschäftigen, aber voraussichtlich mit unterschiedlicher Intensität. Denn nur die Friedhöfe in Kalbe, Winkelstedt, Faulenhorst, Brüchau, Butterhorst, Jemmeritz und Sallenthin sind kommunal, die restlichen Friedhöfe sind kirchlich. Allerdings sind sämtliche Trauerhallen in der Einheitsgemeinde kommunal. Und für diese wird sich wohl die Nutzungsgebühr ändern.

Den Änderungsvorschlägen vorausgegangen war die Notwendigkeit einer Ausweitung des Urnengrabfeldes auf dem Kalbenser Friedhof. Immer mehr Bürger wünschen sich für ihre Angehörigen ein Urnengrab, erklärt Verwaltungsmitarbeiter Sebastian Löchel, der für Friedhöfe zuständig ist. „Alle Plätze sind demnächst belegt“, deshalb muss eine neue Urnengrabfläche in Kalbe entstehen. Diese soll direkt neben der bestehenden – an der Friedhofsmauer an der Feldstraße – angelegt werden. „Jeder Eingriff auf einem Friedhof ist denkmalschutzrechtlich genehmigungspflichtig“, erklärt Löchel. Und zwar auf allen kommunalen Friedhöfen, da alle denkmalgeschützt sind. In die Satzung werden deshalb vor allem Ergänzungen aufgenommen, die mit dem Denkmalschutz konform sind. Die Satzung war diesbezüglich bisher schwammig formuliert. Unter anderem steht im Entwurf, dass die Grundgestaltung der Fläche des Urnenfeldes ausschließlich aus Bodendeckern besteht, „denn nur das wird genehmigt“, erklärt Sebastian Löchel.

Noch andere Regelungen sollen in enger Abstimmung mit der Friedhofskommission, die die Anregungen von Bürgern berücksichtigte, sowie den Denkmalschutzbehörden in die Satzung einfließen. Zum Beispiel ein Passus zu Urnengemeinschaftsanlagen, in dem es heißt, dass pro Grabstein eine Beschriftung mit zwei Namen möglich ist, außerdem Material, Größe und Form der Grabsteine von der Stadt Kalbe vorgegeben werden. In einem anderen Paragraf soll klar festgelegt sein, dass Wahlgrabstätten nicht im Voraus erworben werden können. In Zukunft sollen die Eingangstore der Friedhöfe außerhalb der offiziellen Öffnungszeiten abgeschlossen werden, damit sich dort nicht mehr unbefugte Personen aufhalten.

Weitere Änderungen werden sich auch auf die Gebühren auswirken. Immer wieder bemängeln Bürger, dass die Friedhöfe ungenügend gepflegt werden. Auch gab es viel Kritik, dass in Kalbe die Container für Grün- und Plastikabfälle entfernt wurden. Diese Faktoren beschäftigten neben den Kalbenser Stadträten auch die Friedhofskommission.

Die Container sollen wieder aufgestellt werden. Es soll außerdem ein Friedhofsgärtner eingestellt werden, der alle Friedhöfe pflegt. Die Müllgebühren sollen in der Kalkulation der Grabnutzung integriert sein. Ebenso die Personalstelle des Friedhofsgärtners und alles, was für die Pflege erforderlich ist, wird sich in den geänderten Friedhofsgebühren wiederfinden. Konsequenz: Die Gebühren werden deutlich steigen. Aktuell zahlen Bürger einmalig 760 Euro für eine Urnengrabstelle auf dem Kalbenser Friedhof für eine Ruhezeit von 25 Jahren, auf den kleineren Friedhöfen sind es 475 Euro. Für die Kalkulation der neuen Gebühren hat Sebastian Löchel alle Betriebskosten der vergangenen Jahre 2019 bis 2021 unter die Lupe genommen, Erträge und Aufwendungen gegenüber gestellt und einen Durchschnittswert ermittelt.

Wie hoch die Gebühren für Grabstellen und die für die Nutzung der Trauerhallen in Zukunft tatsächlich sein könnten, wird aber aktuell noch im Rathaus erarbeitet. Diskutiert werden die Zahlen sicherlich spätestens am Donnerstag, 6. Oktober, im Ortschaftsrat Kalbe.

Auch interessant

Kommentare