Nicht vereinbar mit dem Ehrenamt

Kalbe: Feuerwehren verzichten auf Erhöhung ihrer Aufwandsentschädigungen

Ein herausforderndes Ehrenamt ist die Mitarbeit bei den Freiwilligen Feuerwehren. Höhere Aufwandsentschädigungen lehnen die Brandschützer trotzdem ab.
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Ein herausforderndes Ehrenamt ist die Mitarbeit bei den Freiwilligen Feuerwehren. Höhere Aufwandsentschädigungen lehnen die Brandschützer trotzdem ab.

Kalbe – „Eine Erhöhung ist nicht mit ihrer Vorstellung von Ehrenamt vereinbar“, zitiert Kalbes Bürgermeister Karsten Ruth die Kalbenser Stadtwehrleitung.

Mit den Brandschützern saß er am Donnerstagabend zusammen und beriet unter anderem die Möglichkeit der Aufstockung der Aufwandsentschädigungen und Einsatzgelder für die Freiwilligen Feuerwehren. Eine Möglichkeit, auf die die Brandschützer aber verzichten, wie Ruth am Donnerstag von den Brandschützern mitgeteilt wurde.

Eine Aufwandsentschädigung ist keine Vergütung, wie in einem Nebenjob. Sie hat vor allem Symbolcharakter als Anerkennung für den Einsatz im Ehrenamt. Laut Änderungsverordnung vom 8. Mai, also vor rund einem Monat, sind höhere Aufwandsentschädigungen für ehrenamtliche Tätigkeiten bei der Freiwilligen Feuerwehr möglich. Die Brandschützer könnten nun bis zu 15 Euro als Einsatzgeld bekommen. Mehr Geld von der Landesregierung wird den Kommunen für die Erhöhungen allerdings nicht gezahlt, „das geht alles über die normale Haushaltskasse der Stadt“, erklärt Karsten Ruth. Augenblicklich erhalten die Feuerwehrleute der Einheitsgemeinde Kalbe 13,20 Euro als Einsatzgeld – der Betrag ist genauso hoch wie das Sitzungsgeld des Stadtrates. Als das Einsatzgeld vor einigen Jahren erhöht wurde, sollte dies die Wertschätzung der Stadträte gegenüber der Brandschützer symbolisieren.

Auch die monatlichen Aufwandsentschädigungen für diejenigen Feuerwehrleute, die eine besondere Funktion, beispielsweise auf Leitungsebene haben, könnten theoretisch deutlich höher ausfallen. Ein Ortswehrleiter einer durchschnittlichen Ortschaft der Einheitsgemeinde Kalbe erhält bisher 45 Euro, könnte aber bis zu 150 Euro bekommen, ein Löschgruppenführer bekommt 30 Euro, wobei bis zu 50 Euro möglich wären.

Die Brandschützer verzichten allerdings auf die Erhöhungen – schließlich handle es sich noch immer um ein Ehrenamt. Im Vorfeld gab es diesbezüglich unter den Feuerwehrleuten Gespräche, die Debatte am Donnerstagabend, so Karsten Ruth, war dementsprechend kurz, weil über das Thema Einigkeit in der Stadtwehrleitung, der Feuerwehrleute aller Zugbereiche angehören, herrscht.

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