Halteverbot ist möglich

Kalbe: Eltern sollen über Maßnahme an der Kita „Märchenland“ entscheiden

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Zu den Bring- und Abholzeiten wird die Verkehrssituation am „Märchenland“ unübersichtlich. Deswegen könnte dort bald ein Halteverbot gelten.

Kalbe – Ein beidseitiges Halteverbot an der Gartenstraße vor und hinter der Kindertagesstätte „Märchenland“ in Kalbe wird „als die erfolgversprechendste und sinnhafteste Variante“ zur Verkehrsberuhigung angesehen.

Das steht im Bericht über die Prüfung der Petition.

Das Team der Kindertagesstätte hatte im September in Absprache mit den Eltern die Petition für Maßnahmen zur Verkehrsberuhigung an der Gartenstraße gefordert, nachdem es fast zu einem Unfall mit einem Kind gekommen war (AZ berichtete). Zu den Bring- und Abholzeiten des „Märchenlandes“ ist die Verkehrssituation an der Gartenstraße oft unübersichtlich, wie Bürgermeister Karsten Ruth erklärte. Bei der Petition wurden 677 Unterschriften gesammelt. Katrin Berndt, Leiterin der Kindertagesstätte, stellte die Petition den Mitgliedern des Stadtrates Ende November vor.

Bei der Sitzung des Stadtrates am Donnerstagabend wurden die Möglichkeiten zur Verkehrsberuhigung anhand des Berichtes besprochen. Vorschläge zur Verkehrsberuhigung waren ein Zebrastreifen, Fahrbahnschwellen oder versetzte Blumenkübel auf der Fahrbahn.

Zur Überprüfung des Antrages des „Märchenlandes“ hatten Ordnungsamt und Polizei am 2. Dezember Verkehrszählungen durchgeführt. Dabei zeigte sich, dass das Verkehrsaufkommen für die Einrichtung eines Zebrastreifens „weit unter dem geforderten Niveau liegt“. Bei der ersten Zählung waren 108 Pkw unterwegs und ein Fußgänger überquerte die Straße. Bei der zweiten Zählung wurden 79 Pkw und drei querende Fußgänger erfasst. Pro Stunde hätten aber 300 Pkwowie 100 bis 150 Fußgänger gezählt werden müssen. Mit diesem Ergebnis ist „die Einrichtung eines Zebrastreifens nicht genehmigungsfähig“. Da an der Gartenstraße bereits Tempo 30 gilt, darf ein Fußgängerüberweg auch laut des Berichtes nicht noch zusätzlich eingerichtet werden. Fahrbahnschwellen führen zu einer erhöhten Lärmbelästigung für die Anlieger und damit auch für die Kindertagesstätte und das Seniorenpflegeheim. Auch die versetzten Blumenkübel sind keine Möglichkeit für die Verkehrsberuhigung. Karsten Ruth erklärt auf Nachfrage der Altmark-Zeitung, dass diese ein „Rechtsrisiko für die Stadt“ sind. Es gibt keine einheitliche gerichtliche Auffassung, wer haftet, wenn es zu Schadensfällen kommt.

Der Vorschlag des beidseitigen Halteverbots, der noch nachträglich kam, wäre hingegen umsetzbar. Die Stadt sei dazu bereit, erklärte Karsten Ruth im Stadtrat. Das Halteverbot vor und hinter dem „Märchenland“ erhöht laut des Berichtes „die Überschaubarkeit der Verkehrssituation und damit die Sicherheit der Kinder. Das Gefährdungspotenzial wird erheblich sinken“. Weiterhin gibt es dann immer ausreichend Parkplätze für Rettungsfahrzeuge. Allerdings können dann Eltern nicht mehr direkt vor der Einrichtung halten, um ihre Kinder im „Märchenland“ abzugeben oder wieder abzuholen. Eltern müssten dann 30 Meter vor und hinter der Kindertagesstätte die Parkmöglichkeiten zum Beispiel am Kulturhaus nutzen, „was in jedem Fall im Bereich des Zumutbaren liegen würde“, steht im Bericht.

Die Mitglieder des Stadtrates stimmten bei einer Enthaltung für diese Möglichkeit. Die Eltern werden über das mögliche Halteverbot an der Gartenstraße im Januar informiert, so Karsten Ruth. Die Eltern sollen dann entscheiden, ob sie das Halteverbot vor und hinter dem „Märchenland“ haben wollen.

VON INA TSCHAKYROW

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