Polizei holt säckeweise Cannabis aus Plantage / Haftantrag gegen zwei Tatverdächtige

Kalbe: Cannabis hat Straßenverkaufswert von 500.000 Euro

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Ein ausgeklügeltes Licht-, Wärme- und Wassersystem versorgte die Pflanzen.

Kalbe. Der charakteristische, irgendwie süßliche Geruch stieg einem am gestrigen Mittwoch besonders in die Nase, wenn man in Kalbe an der ehemaligen Kaufhalle an der Alten Bahnhofstraße, Ecke Kastanienstraße, entlanglief.

Es roch dort, sogar ein paar Meter vom augenscheinlich verlassenen Gebäude entfernt, deutlich nach Cannabis. 

In großen Papiersäcken wurden die sichergestellten Hanfpflanzen aus dem Gebäude getragen.

Genau das war in der Vergangenheit wohl bereits öfter aufgefallen, denn laut dem zuständigen Kriminalhauptmeister aus Stendal habe man diesbezüglich Hinweise aus der Bevölkerung und von den Regionalbereichsbeamten erhalten. Nachdem Ermittlungen vorausgegangen waren, startete gestern gegen 8. 30 Uhr für knapp 50 Einsatzkräfte des Landeskriminalamtes, der Kriminalpolizei Stendal und der Bereitschaftspolizei gestern die Durchsuchung besagten Gebäudes.

Im Inneren des augenscheinlich verlassenen Gebäudes befand sich eine große Indoor-Hanf-Plantage. Den Straßenverkaufswert schätzt die Polizei auf etwa 500.000 Euro. 

Und die Beamten wurden fündig: Sie stellten etwa 2000 Pflanzen unterschiedlicher Wuchshöhe und Alters sicher. Zudem lagen in den Räumen der Kaufhalle abgeerntete, bereits getrocknete Pflanzen. Die genaue Menge ist noch unklar. Wenn sich alle Pflanzen im erntereifen Zustand befunden hätten, läge der Straßenverkaufswert geschätzt bei 500.000 Euro.

Auch getrocknete Pflanzen wurden gefunden.

Bis zum Nachmittag trugen die Beamten die Pflanzen in Papiersäcken aus dem Gebäude, genauso wie die Materialien der Anlage, die sie abbauten. Laut Pressestelle der Polizeidirektion Nord in Magdeburg waren die Räume sehr professionell eingerichtet – mit erforderlicher Beleuchtung, notwendigen Wärmequellen und Bewässerungstechnik, damit die Pflanzen optimal wachsen. Aufgrund des sehr hohen Energiebedarfs haben die beiden Tatverdächtigen Fremdstrom abgezapft. Beschuldigt werden zwei Deutsche im Alter von 38 und 43 Jahren, die laut Polizei nicht im Altmarkkreis Salzwedel wohnen. Laut AZ-Informationen soll aber einer der Männer aus Jävenitz, der andere aus dem Raum Magdeburg, sein.

Die Staatsanwaltschaft hat noch am gestrigen Mittwoch einen Haftantrag gegen die beiden Beschuldigten gestellt, über den heute das zuständige Amtsgericht befindet.

Von Hanna Koerdt

Cannabis-Plantage in der alten Kaufhalle

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