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„Wucher und Auswüchse“ auf Ackerflächen?

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Von: Hanna Koerdt

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Eine Freiflächen-Fotovoltaikanlage auf einer grünen Wiese.
Der Kakerbecker Ortsrat sollte Maßgaben für den Bau von Fotovoltaikanlagen besprechen, sprach sich aber grundsätzlich gegen den Bau auf Ackerflächen aus. © Archiv/Monika Schmidt

Eigentlich sollte der Ortschaftsrat in Kakerbeck über Voraussetzungen zum Bau von Fotovoltaikanlagen auf Ackerflächen beraten. Doch stattdessen machten die Ratsmitglieder mitunter verärgert deutlich, dass sie die Anlagen gar nicht wollen.

Kakerbeck – Sollen in der Einheitsgemeinde in Zukunft Solaranlagen auf Ackerflächen gebaut werden dürfen, und wenn ja, unter welchen Voraussetzungen? Damit beschäftigt sich der Kalbenser Stadtrat seit dem vergangenen Jahr. Dafür wurde auch ein ganzer Katalog entworfen, mit vorerst lediglich Vorschlägen zu Regelungen für den Bau der Fotovoltaikanlagen. Die Vorschläge sollen nun von den Ortschaftsräten besprochen und gegebenenfalls Anmerkungen etc. gemacht werden. Der Kakerbecker Ortschaftsrat allerdings hat sich am Dienstagabend gänzlich gegen die Bebauung auf Ackerflächen ausgesprochen.

Grundsätzlich müsse überhaupt erst klar sein, „über was wir hier jetzt diskutieren“, argumentierte Ratsmitglied Steffen Lötge. Denn unklar sei, ob die Maßgaben nur Ackerflächen oder auch sogenannte Konversionsflächen betreffen, die gesetzlich für den Bau der Anlagen priorisiert werden. Und es gibt weitere Unklarheiten, zum Beispiel ob die maximale im Katalog vorgeschlagene Flächenangabe, auf der Anlagen für Erneuerbare Energien stehen dürften, nur Solaranlagen oder auch Windparks betrifft, denn „dann wären wir ja schon raus“, sagt Kakerbecks Ortsbürgermeister Ulf Kamith.

Lötge zog auch in Zweifel, ob die Maßgaben überhaupt nötig seien: „Ist das nicht eine privatwirtschaftliche Sache?“. Dem widersprach Ulf Kamith, der erklärte, dass die Investoren sich für den Bau das Einverständnis der Kommune und Baurecht einholen müssen.

Verärgert über das Thema zeigte sich Annemarie Hohmann-Schultze, die skandierte, der Ortschaftsrat werde „ausgehebelt“, denn schließlich wolle man gar keine Anlagen auf Ackerflächen. Landwirte wollten damit Geld machen, weil sie nichts mit dem Anbau von Lebensmittel verdienen. Biogasanlagen, „die nichts mit Bio zu tun haben“, seien ein ähnliches Beispiel, argumentierte die Rätin, und außerdem verdienten damit nicht nur Landwirte, sondern vor allem Flächeneigentümer und Investoren. Die Solaranlagen seien der gleiche „Wucher und Auswüchse“, ärgerte sich Annemarie Hohmann-Schultze.

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