„Open Space“-Veranstaltung im Foyer des Kulturhauses

Jugendarbeit wird sich neu aufstellen

Pfarrer Bernd Schulz (l.) und Volkmar Erl vom Kalbenser Jugendclub „Kroko“ befassten sich mit der künftigen Jugendarbeit.

Kalbe. „Das mache ich für meinen Bereich auch mal“, war Bernd Schulz, Pfarrer aus dem Bereich Steimke/Kusey, begeistert von der Info-Tafel, die im Foyer des Kalbenser Kulturhauses stand.

Aufgelistet hatte das Team des Kalbenser Jugendclubs „Kroko“ alle Einwohner im Alter zwischen elf und 24 Jahren. Und zwar in die einzelnen Orte in der Einheitsgemeinde Kalbe unterteilt. Demnach hat zum Beispiel das kleine Thüritz mehr Jugendliche als das größere Nachbardorf Badel.

Dass es in Thüritz 19 Menschen im Alter zwischen elf und 24 Jahren gibt, die dort gemeldet sind, bedeutet nicht zwangsläufig dass sie dort auch ständig leben. Ob zur Arbeit oder zum Studium: Viele aus dieser Altersgruppe sind oft nur nach Feierabend oder an den Wochenenden zuhause. „Und dennoch hilft uns diese Auflistung“, sagt Sozialarbeiter Volkmar Erl. Dadurch wisse man, wo wieviele Jugendliche leben und entsprechend „abgeholt“ werden können.

Abgeholt werden sie oft auch im wörtlichen Sinne. Denn die mobile Jugendarbeit in der Einheitsgemeinde Kalbe fährt über die Dörfer, bringt junge Menschen aus den unterschiedlichen Orten zusammen. In jedem Dorf etwas anzubieten, das lohnt sich kaum – oft mangels Jugendlicher. Dafür ist Sozialarbeiterin Daniela Kohl zuständig. Wie die Jugendarbeit im Kalbenser Gebiet künftig gestaltet werden kann, darüber diskutierten die Anwesenden unter der Moderation von Bernd Schulz. Vertreter aus Vereinen, Eltern, den Ortschaften, der Kirche sowie der Arbeiterwohlfahrt (AWO) tagten erstmals in dieser großen Runde. Und natürlich waren auch etliche Jugendliche dabei, die sich an der „Open Space“-Veranstaltung – einer offenen Diskussionsrunde – beteiligten.

Dass sich die Jugendarbeit unter der Trägerschaft der AWO in den nächsten Monaten neu aufstellt, das hat auch einen ganz praktischen Grund: Der Jugendclub „Kroko“, der sich seit mehr als zwei Jahrzehnten an der Stege neben der Kalbenser Kirche befindet, zieht Ende dieses Jahres um. Und zwar in Räume in der alten Sekundarschule. Dort befindet sich dann alles in unmittelbarer Nähe: Grundschule, Sekundarschule, Hort und eben der Jugendclub.

Von Stefan Schmidt

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