„Irgendwann wieder Richtfest feiern…“

Klein Engersen - Von Stefan Schmidt. Fast das ganze Dorf hat gespendet. Und viele mehr. Edelgard Franke ist „sprachlos“, als sie am Sonntagabend in Runa Schwerin´s „Kuhstall“ ist. Die Ausflugsgaststätte befindet sich direkt neben ihrem Wohnhaus, das vor einer Woche ein Raub der Flammen wurde. Die „Kuhstall“-Chefin hatte daraufhin eine Spendenaktion gestartet.

„Irgendwann“, so sagt Edelgard Franke mit Blick auf den verkohlten Dachstuhl ihres Hauses, wolle sie „wieder ein Richtfest feiern.“ Und dann, so versichert die gebeutelte Frau, werde sie das ganze Dorf zu einem Fest einladen. Aus Dankbarkeit für all die Unterstützung, die ihr seit einer Woche zuteil wird. Edelgard Franke und ihr Lebensgefährte Franz Schwankl haben ihr Heim verloren. Es wurde vor gut einer Woche, am Abend des 31. Juli, ein Raub der Flammen. Unbewohnbar ist das Fachwerkhaus seitdem. Und bleibt es auch auf absehbare Zeit. Was nicht den Flammen zum Opfer fiel, wurde durch den notwendig gewordenen Löschwasser-Einsatz der Feuerwehren zerstört. Mehrfach stockt Frankes Stimme, als sie am Sonntag eine Spendenbox von Runa Schwerin entgegen nimmt. Die Wirtin des „Kuhstalls“ in der Ortsmitte hat an diesem Tag Geld gesammelt. Fast alle Klein Engersener kamen, bestückten die Box. Und brachten zum Teil, in vorheriger Absprache, auch Wertgegenstände vorbei.

Die Brandgeschädigten haben schnell eine neue Unterkunft gefunden. Ebenfalls in Klein Engersen. Sie sei schön, betont Edelgard Franke. Aber sie könne natürlich nicht das eigene Heim ersetzen.

Die Anteilnahme vieler Menschen – „auch von solchen, die wir überhaupt nicht kennen“ – helfe ihr, sagt die tapfere Frau. „Irgendwann muss doch auch mal mit dieser Pechsträhne Schluss sein.“ Denn erst vor gut einem halben Jahr war die Scheune vorm Haus abgebrannt.

Die Familie Franke /Schwankl befand sich am Abend des Wohnhausbrandes nicht vor Ort. „Wir haben ein Sommerfest in der Nähe von Berlin gefeiert“, erzählt Edelgard Franke. Ein heiterer Abend sei es gewesen – bis um 21 Uhr, wenige Minuten nach Ausbruch des Feuers daheim, das Telefon klingelte. Mit der schrecklichen Brandnachricht. Wie man sich in diesem Augenblick fühlt, „das kann man nicht mit Worten beschreiben“, sagt Edelgard Franke. Und kämpft mit den Tränen.

Wer weiterhin spenden will: Runa Schwerin hat immer noch eine Spendenbox in ihrem „Kuhstall“ in der Dorfmitte von Klein Engersen stehen.

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