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Der Künstlerstadt-Trabi in Kalbe heißt Oskar

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Von: Maik Bock

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Zwei Frauen neben TRabant
Der blaue Künstlerstadt-Trabant heißt nun Oskar. © Maik Bock

Der Kalbenser Künstlerstadt-Trabant hat seit Sonntagabend einen Namen.

Kalbe – Aus dem fernen Leipzig rollten zum Wochenende der 35-jährige Schauspieler Kay Liemann und Philipp Rücker (32), Musiker in Kalbe, mit einem Trabant 601 Kombi an. Unterwegs gab es nur eine einzige Panne, erzählten die beiden Künstler, die im sogenannten Kulturtrabi mit dem Theaterstück „Die Reise nach Petuschki“ anreisten. „Wir konnten nicht mehr richtig bremsen und mussten den Trabi, den wir liebevoll „Kückchen“ nennen, abkühlen lassen.“

„Haben wir denn einen Automechaniker im Publikum?“, war die nächste Frage. Das Publikum zeigte gleich auf Gerd Rimpel, der sich unter den Gästen des Stücks befand.

Doch bevor „Die Reise nach Petuschki“ los ging, wurde der alte Trabant der Künstlerstadt getauft. Es gab im Vorfeld mehr als 20 Namensvorschläge, aus denen dann zehn ausgewählt wurden. Unter den Vorschlägen waren Schorsch, Olga, Ronny, Oskar, Blauer Klaus, Edgar, Henry, Hubert, Töff-Töff und Gisbert. Jeder der gut 40 Besucher hatte nun drei Stimmen. Es kristallisierten sich Oskar und Gisbert heraus – die hatten Stimmgleichheit. Nun gab es eine Abstimmung und Oskar setzte sich mit einer Stimme Vorsprung durch. So wurde der Trabant, Baujahr 1977, auf den Namen Oskar durch Corinna Köbele und Brit Cordes mit einem Schluck Alkohol getauft. Geht es nach der Künstlerstadt, soll der Trabant auch bald über die Straßen rollen.

Nach der Taufe startete „Die Reise nach Petuschki“. „Die Reise nach Petuschki“ (im Original wörtlich „Moskau–Petuschki“) ist das bekannteste literarische Werk des russischen Schriftstellers Wenedikt Jerofejew. Es wurde laut Schlussnotiz „bei der Telefonkabelverlegung in Scheremetjewo“ im Herbst 1969 verfasst. Erstmals wurde es in der israelischen Zeitschrift Ami 1973 veröffentlicht. Die Erstausgabe in deutscher Sprache erschien laut Wikipedia im Jahr 1978 im Piper Verlag.

Kay Liemann und Philipp Rücker gingen nun mit dem Publikum auf Reisen und das auf der Freifläche hinter der Trabi-Bude, dem Hauptquartier des Kalbenser Künstlerstadtvereins. Kay Liemann las leicht abgewandelt aus dem Originaltext und Philipp Rücker untermalte mit Klarinette und Saxofon das Stück, das die beiden selbst als Lesung, Hörspiel oder auch Theaterstück bezeichnen. Gut 90 Minuten dauerte „Die Reise nach Petuschki“. Unterwegs gab es auch mal ein Glas Wodka fürs Publikum und für die Künstler sowie tosenden Applaus bei der Ankunft in Petuschki.

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