Strenge Regeln für Tiere im Beobachtungsgebiet der zwei Altmark-Landkreise

Hühner tot: Vogelgrippe in Vietzen

Ein Mitarbeiter des Veterinäramtes Salzwedel untersucht eine Gans auf die Vogelgrippe
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Vogelgrippefall in Vietzen: Im Sperrbezirk wurde der Haustierbestand von Veterinäramtsmitarbeitern des Altmarkkreises Salzwedel untersucht und beprobt.
  • Hanna Koerdt
    vonHanna Koerdt
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Erneut sind Fälle der Vogelgrippe in der Einheitsgemeinde Kalbe aufgetreten, diesmal aber bei Hühnern in Vietzen. Das teilt der Altmarkkreis Salzwedel mit.

Vietzen – Nachgewiesen wurden die Fälle in einem Geflügel-Kleinstbestand in Vietzen. Hühner, Enten und Gänse wurden am Dienstag, 16. März, aufgrund klinischer Auffälligkeiten einem Tierarzt gezeigt.

Mehrere Hühner waren bereits verendet. Zur Abklärung wurden die verendeten Hühner nach Stendal an das Landesamt für Verbraucherschutz des Landes Sachsen-Anhalt (LAV) gesandt. Am Mittwoch, 17. März, wurde per vorläufigem Zwischenbefund das hochpathogene aviäre Influenzavirus H5, also das Vogelgrippevirus, nachgewiesen. Das nationale Referenzlabor am Friedrich-Löffler-Institut (FLI) bestätigte gestern den Nachweis des Virus in dem Hausgeflügelbestand. Somit wurde der Ausbruch der Geflügelpest im Altmarkkreis Salzwedel amtlich festgestellt.

Vogelgrippe: Tiere aus Bestand getötet und Kadaver vernichtet

In dem betroffenen Geflügelbestand wurden sofort Proben entnommen und klinische Untersuchungen durch Tierärzte des Kreis-Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsamtes gemacht. Außerdem wurde der Tierbestand gesperrt. „Die tierschutzgerechte Tötung der betroffenen Hühner, Enten und Gänse wurde bereits durchgeführt und die Kadaver unschädlich durch ein Fachunternehmen beseitigt“, teilt der Altmarkkreis Salzwedel mit. Mit der anschließend notwendigen Reinigung und Desinfektion der Gefügelställe wurde bereits eine Fachfirma beauftragt.

Sperrbezirk rund um Vietzen

Wie schon am Montag, 15. März, wegen des erkrankten Uhu, der bei Vienau gefunden wurde, hat der Kreis zum Schutz einer weiteren Ausbreitung einen Sperrbezirk sowie ein Beobachtungsgebiet eingerichtet. Der Sperrbezirk umfasst einen Radius von drei Kilometern, davon betroffen sind Vietzen, Güssefeld, Siepe, Karstedt und Altmersleben. In diesem Gebiet sind 56 Geflügelhalter mit insgesamt etwa 1088 Stück Geflügel beim Veterinäramt registriert. Alle hier betroffenen Tierhalter wurden bereits am Mittwoch und Donnerstag von mehreren Teams des Veterinäramtes aufgesucht, die den Geflügelbestand klinisch untersuchten und Proben entnahmen.

Erkrankungen und Todesfälle der Tiere melden

Sowohl im Sperrbezirk als auch im Beobachtungsgebiet ist sämtliches gehaltenes Geflügel (Hühner, Truthühner, Perlhühner, Rebhühner, Fasane, Laufvögel, Wachteln, Enten und Gänse) und die in Gefangenschaft gehaltenen Vögel anderer Arten beim Veterinäramt des Altmarkkreises anzuzeigen, insofern dies nicht bereits erfolgt ist. Tierhalter müssen dem Kreis alle Erkrankungen und Todesfälle von gehaltenem Geflügel unverzüglich melden. Es dürfen keine Vögel zur Aufstockung des Wildvogelbestandes freigelassen werden. Die Jagd auf Federwild ist innerhalb des Sperr- und Beobachtungsgebietes nur mit Genehmigung oder auf Anordnung des Kreises möglich.

Hunde und Katzen dürfen nicht frei umherlaufen

Wie der Altmarkkreis bereits beim ersten Vogelgrippe-Fall bei dem Uhu mitteilte, ist das freie Umherlaufen aller Hunde und Katzen sowohl im Sperrbezirk als auch im Beobachtungsgebiet untersagt. Es drohen bei Nichteinhaltung Bußgelder bis zu 30 000 Euro.

Im gesamten Kreis gilt die Aufstallungspflicht. Diese wird jetzt verstärkt kontrolliert. Auch außerhalb des Beobachtungsradius sollen Geflügelhalter ihre Tiere beim Kreis registrieren.

Tote Wildvögel dem Veterinäramt melden

Das Veterinäramt bittet, auffälliges Verhalten und Totfunde von Wildvögeln umgehend zu melden, unter Tel.: (0 39 01) 84 04 16 oder per E-Mail: vetamt@altmarkkreis-salwedel.de.

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