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Der unbekannte Maler aus Kakerbeck

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Von: Ina Tschakyrow

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Gemälde
Der Künstler Arthur Ahrens geriet in Kriegsgefangenschaft. Wie es im Zeltlager bei Rimini aussah, zeigt das Gemälde. © Privat

Der Künstler Arthur Ahrens wurde in Kakerbeck geboren. Er ist eher unbekannt, war aber ein guter Maler. Wer war Arthur Ahrens?

Kakerbeck – Menschen stehen am Strand und schauen auf das Meer hinaus. Auf einem anderen Gemälde sind in einem Boot auf dem Meer Menschen, die die Segel einholen. Die weiße Gischt der Wellen, die sich am Strand verteilt, hat Arthur Ahrens gemalt. Er malte vor allem Stillleben und Landschaften. Einige Bilder, vor allem die kleinformatigen, entstanden in der Natur.

Die Bilder, die Arthur Ahrens malte, gehören dem Naturalismus an. Arthur Ahrens wurde am 27. Juli 1890 in Kakerbeck geboren. „Er war ein nicht ganz unbekannter guter Maler“, sagt Manfred Nitzschke, der sieben Gemälde des Künstlers besitzt, aber in der Region kenne Arthur Ahrens fast niemand, so der Hannoveraner weiter.

Bilder mit „richtig guter Qualität“

Er beschäftigt sich seit über 65 Jahren mit Kunst als Hobby, erzählt Manfred Nitzschke im Gespräch mit der Altmark-Zeitung. Er habe viel Kunst gesehen, in den Händen gehabt, gesammelt und wieder verkauft. Im Laufe der Jahrzehnte ist er bei Auktionen auf Arthur Ahrens aufmerksam geworden. Es waren Bilder im Angebot, die eine „richtig gute Qualität hatten“, erinnert sich Manfred Nitzschke. Der Künstler malte sehr präzise.

Arthur Ahrens habe, so Manfred Nitzschke weiter, eine künstlerische Ausbildung bei guten Professoren gehabt. Arthur Ahrens begann, sich nach seiner abgeschlossenen Malerlehre künstlerisch an den Kunstakademien in Berlin und Dresden auszubilden, wird in einem Heft zu einer Ausstellung im Museum Villach im Jahr 1991 informiert. 1919 beendet er, nachdem er von 1914 bis 1918 als Soldat im Ersten Weltkrieg war, an der Berliner Kunstakademie die Ausbildung zum akademischen Maler.

Ateliers in Venedig und Heiligenblut

Mit seiner Familie – er hatte einen Sohn mit seiner Ehefrau – zog er 1920 nach Villach in Österreich. Dort wohnte der Villacher Malermeister Otto Stage, mit dem der Kakerbecker befreundet war. Arthur Ahrens war als freischaffender Grafiker und Maler tätig. Zeitweilig verfügte er über Ateliers in Venedig und in Heiligenblut.

1934 kehrte Arthur Ahrens nach Berlin zurück, behielt aber noch einige Jahre die Wohnung in Villach. Während seiner Zeit in Berlin hatte er beachtlichen Erfolg, aber wegen der damaligen Umstände dauerte der erarbeitete Wohlstand nicht lange an. Er war ab 1937 Lehrbeauftragter für Zeichnen und Komposition an der Akademie für Bildende Künste in Berlin.

Als Kriegsmaler in ganz Europa unterwegs

1940 wurde Ahrens zur Wehrmacht einberufen, wo er in leitender Funktion der Staffel der Bildenden Künstler angehörte und als Kriegsmaler in Europa eingesetzt war. Nur mit wenigen Mitteln konnte der Künstler malen, erzählt Manfred Nitzschke. Auf der Rückseite der Gemälde steht beispielsweise, dass mit Speiseöl oder auf englischem Kekskarton gemalt wurde und innerhalb von 30 Minuten.

Zum Ende des Zweiten Weltkrieges geriet Arthur Ahrens in britische Gefangenschaft und wurde in Rimini interniert. Es entstanden zehn kleinere Ölstudien, die das Leben in dem Zeltlager mit etwa 200.000 Kriegsgefangenen dokumentierten. Zu sehen ist auf einem der Gemälde beispielsweise eine Gulaschkanone.

Da der Künstler seinen Wohnsitz in Berlin nicht mehr hatte, zog er schließlich nach Stade an der Elbe. Dort verstarb Arthur Ahrens am 7. Mai 1953.

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