Stadtrat debattiert über Ersatzgebäude

Grundschulumbau Brunau: Wohin während der Bauphase?

Vor wenigen Wochen wurden in Brunau neue Erstklässler eingeschult. Sie und ihre Mitschüler müssen bald aber umziehen, wenn die Schule zur Baustelle wird. Wohin, darüber entscheidet der Stadtrat.
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Vor wenigen Wochen wurden in Brunau neue Erstklässler eingeschult. Sie und ihre Mitschüler müssen bald aber umziehen, wenn die Schule zur Baustelle wird. Wohin, darüber entscheidet der Stadtrat.

Brunau – Es gebe Ängste bei einigen Eltern. Und zwar dass wenn ihre Kinder während der Bauphase der Brunauer Grundschule in der Stadt Kalbe im Ersatzgebäude beschult würden, der Stadtrat dies als Testphase für eine dauerhafte Beschulung erachtet und daraus eine dauerhafte Sache macht.

Also dann alle Kinder der Einheitsgemeinde nur noch in Kalbe die Grundschule besuchen können. Doch das ist schlicht und einfach aus der Luft gegriffen.

„Wir investieren doch nicht über eine Million Euro in den Schulstandort Brunau, um ihn danach zu schließen“, erklärt Kalbes Bürgermeister Karsten Ruth auf Nachfrage der Altmark-Zeitung. Und betont nachdrücklich: „Wir haben doch schon bewiesen, dass uns der Schulstandort Brunau am Herzen liegt und wir ihn erhalten wollen, als wir die Einzugsgebiete entsprechend geändert haben.“

Wenn die Bauarbeiten laufen, soll in der Schule kein Unterricht stattfinden. Die Kinder sollen in einem anderen Gebäude zur Schule gehen. Das soll sie einerseits vor etwaigen Gefahren einer Baustelle schützen – zumal ja ein Gebäude komplett abgerissen wird –, andererseits die Bauzeit verkürzen. Da Auflagen zum Schutz der Schüler nur bestimmte Zeiten etc. zugelassen hätten. Ob sich unter solchen Umständen überhaupt eine Baufirma gefunden hätte, das wurde in den Diskussionen der kommunalpolitischen Gremien und in den Fachämtern angezweifelt.

Der Stadtrat wird in der morgigen Sitzung über ein Ersatzgebäude für die Kinder entscheiden. Die Eckdaten der jeweiligen Kosten hat das Bauamt inzwischen ermitteln können. Zur Debatte stehen die Speisewirtschaft in Brunau mit mindestens 70 000 Euro Investitionsbedarf in ein Gebäude, das in Privatbesitz ist und die Kommune dann hinterher nicht nutzt; das Ersatzschulgebäude in Kalbe gleich neben der Sekundarschule mit einem Investitionsbedarf von etwa 40 000 bis 50 000 Euro, das auch der Kommune gehört sowie das Badeler Schulgebäude. Allerdings müssten mindestens 140 000 Euro investiert werden, um die Kinder hier beschulen zu lassen. Diese Variante wird voraussichtlich nicht ernsthaft debattiert.

Die Eltern, auch wenn sie es sich offenbar wünschen, was vor einigen Wochen bei einer Stadtratssitzung deutlich wurde, haben diesbezüglich kein Mitentscheidungsrecht. Dieses obliegt einzig den Stadträten. Die Eltern werden bei einer Versammlung informiert, sobald die Details stehen. Im Oktober gibt es noch einen weiteren Termin mit dem PVGS, dem Kreis- und Landesschulämtern und der Baugenehmigungsbehörde. Diese sind in die weiteren Verfahrensweisen eng eingebunden. VON HANNA KOERDT

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