Schulverbünde: CDU-Landtagsabgeordneter Uwe Harms schlägt Brunauer Grundschule als Pilotprojekt vor

Grundschule bald eine Modellschule?

+
Im Oktober 2015 schlug Uwe Harms (2.v.r.) vor Ort einen Schulverbund für die Brunauer Grundschule vor. Nun sehe er die Bildungseinrichtung diesbezüglich gerne als Landespilotprojekt. Foto: Archiv

Brunau. „Die Schulverbünde sind momentan nicht das Hauptthema, sondern die Versorgung der Schulen mit Lehrern“, sagt der CDU-Landtagsabgeordnete Uwe Harms.

Um das Thema Schulverbünde – die Erwägung solcher ist Teil des Koalitionsvertrages – in Sachsen-Anhalt auf den Weg zu bringen, „brauchen wir im Land zwei Modellprojekte, an denen dieser Begriff ‘Schulverbund’ mit Leben gefüllt wird“. Deshalb habe er vor kurzem auf der Fraktionsklausur der CDU die Brunauer Grundschule als eine mögliche Modellschule vorgeschlagen, wie Uwe Harms auf Nachfrage der Altmark-Zeitung mitteilt.

Hintergrund: Zumindest bis 2019 ist der Schulstandort Brunau gesichert. Spätestens dann wird die Kommune das Thema noch einmal beleuchten müssen, denn dann werden die Schuleinzugsgebiete neu definiert. „Der Stadtrat besteht nach wie vor darauf, den Grundschulstandort zu erhalten“, sagt Kalbes Bürgermeister Karsten Ruth. Auch er fühle sich dem verpflichtet. Schließlich sei die Grundschule ein wichtiger Faktor dafür, die Region und insbesondere den Ort Brunau zu stabilisieren. Im Oktober 2015 wurde genau dies bei einem Vor-Ort-Termin in Brunau unter anderem mit Ruth, Harms, Landrat Michael Ziche und dem Minister für Landesentwicklung und Verkehr, Thomas Webel, besprochen. Damals schlug Uwe Harms bereits einen Schulverbund, also die pädagogische und organisatorische Zusammenarbeit mehrerer Schulen, als Lösung vor.

Die Wilhelm-Busch-Grundschule ist auch aktuell Thema in der Kommune. Denn die anliegende Turn- bzw. Mehrzweckhalle muss saniert werden und auch die Schule selbst bräuchte energetische Sanierungsmaßnahmen. Besonders über das Stark-V-Förderprogramm ließe sich dies – theoretisch – gut verwirklichen. Doch für die Stark-V-Förderung, bei der bezüglich der Gesamtkosten 90 Prozent der Bund und zehn Prozent das Land zahlen, muss eine Nachhaltigkeit auf ganze 15 Jahre nachgewiesen werden. Die Schülerzahl darf, speziell bezogen auf Stark V, nicht unter 60 rutschen. Auch wenn die Schülerzahlen in Brunau stabil sind, „könnte die Landesinvestitionsbank die Nachhaltigkeit kritisch sehen“, so Ruth. Umso dringlicher sei deshalb die Verwirklichung der Schulverbünde.

Doch bis diese im Schulgesetz verankert werden, wird wohl noch viel Zeit ins Land ziehen. „Um die Zeit zu verkürzen, könnte schon vor der Änderung des Gesetzes ein Modellprojekt über einen Kabinettsbeschluss abgesichert werden“, so Uwe Harms. Die Brunauer Grundschule sei für diesen Fall von besonderem Interesse. Bis zum Sommer, so Harms, würde er diese Möglichkeit auch gerne im Parlament klären.

Wie so ein Modellprojekt genau aussehen könnte, müsse bis dahin genau definiert werden: „Wir müssten den Inhalt eines Schulverbundes erst festsetzen und mit den Schulleitungen und auch der Kommune sprechen“, erklärt Uwe Harms.

Karsten Ruth sieht solch ein Modellprojekt positiv: „Ich würde mich freuen, wenn wir hier als Vorreiter agieren. Solch ein Landespilotprojekt ist parlamentarisch und medial wahrnehmbar“, so Ruth. Und dies erleichtert letztlich auch die zukünftige Planung der Investitionen in die Grundschule.

Von Hanna Koerdt

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare