Geschäftsmann aus Berlin-Brandenburg kauft Gebäudekomplex auf

Das Geisterhaus am Petersberg

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In den beiden Wohnkomplexen am Petersberg stehen 48 Wohnungen leer und das seit mehr als 20 Jahren. Die Gebäude verrotten. Viele lassen auch gerne Mal ihren Müll dort liegen.

Kalbe. Es ist kein schöner Anblick – die leer stehenden Wohnblöcke noch aus DDR-Zeiten am Petersberg in Kalbe. Seit mehr als 20 Jahren sind sie unbewohnt und verrotten.

Mittlerweile gleichen sie einem Geisterhaus: kaputte Fenster, ergraute Fassaden, um die Wohnblöcke alles verwildert, Vögel kreisen um die Objekte und nisten sich in ihnen ein. Und als wenn das schon nicht reichen würde: Viele nutzen das heruntergekommene Areal, um dort ihren Müll illegal liegen zu lassen.

„Es herrscht eine katastrophale Situation dort“, sagt Kalbes Bürgermeister Karsten Ruth. Doch die Stadtverwaltung kann daran nichts ändern, denn die Wohnblöcke sind in privatem Besitz. „Die Stadt hat nie Eigentum an diesen Blöcken gehabt“, erklärt Karsten Ruth. Der bisherige Besitzer schlug in Zeiten der Flüchtlingsdebatte dem Landkreis vor, Räumlichkeiten für Flüchtlinge und Asylbewerber zu schaffen, doch Kalbes Bürgermeister war dagegen. „In den Blöcken sind 48 Wohnungen enthalten. Kommt in jeder Wohnung eine vierköpfige Flüchtlingsfamilie unter, sind das viel zu viele Flüchtlinge für Kalbe. Das war mir damals zu brisant“, sagt Karsten Ruth im Gespräch mit der AZ.

Jetzt ist bekannt, dass die Wohnblöcke ihren Besitzer gewechselt haben. Ein Geschäftsmann aus Berlin-Brandenburg – er möchte namentlich nicht erwähnt werden – hat die Gebäudekomplexe gekauft. Gegenüber der AZ sagte er, dass er die Gebäude in seinem Bestand behalten will und zu einem späteren Zeitpunkt wieder verkaufen möchte. Andere Pläne damit sind nicht in Sicht.

Scheint so, als bleibt die „katastrophale Situation“ wie Karsten Ruth sie nennt, erst mal weiterhin bestehen. Dabei wünscht sich Kalbes Bürgermeister nichts sehnlicher, als dass sich das Stadtbild verschönert. Das sei schließlich im Interesse der Stadt. Doch das wird noch dauern.

Von Marilena Berlan

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