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Die Umleitung durch Kalbe ist alternativlos

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Von: Hanna Koerdt

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Ein Auto überfährt eine rote Ampel an der Schulstraße in Kalbe
Nicht so sehr in der Umleitungsstrecke durch Kalbe, sondern in den Verkehrsteilnehmern, die Schilder und Regeln der Straßenverkehrsordnung missachten, sieht die Landesstraßenbaubehörde Nord das eigentliche Problem. Eine alternative Strecke als die in Kalbe gibt es laut der Behörden nicht. © Maik Bock

Platz-Probleme beim Ausrücken der Feuerwehr, ein gesperrter Gehweg, Verkehrskrach vor mehreren Schulen und das illegale Befahren Ländlicher Wege – die Umleitung durch Kalbe macht einige Probleme. Doch eine andere Variante gibt es nicht, wie die zuständige Landesstraßenbaubehörde (LSBB) Nord in Stendal und der Altmarkkreis Salzwedel auf Nachfrage der AZ mitteilen.

Kalbe - „Die entstandenen Probleme auf der Umleitungsstrecke durch Kalbe haben sich im Laufe der Zeit entwickelt“, erklärt der Altmarkkreis Salzwedel. Der zu erwartende Verkehrsfluss und mögliche Probleme würden im Vorfeld abgeschätzt, doch Herausforderungen oft erst je nachdem entstehen, „wie die Umleitungsstrecke dann tatsächlich auch befahren wird“. Die Strecke sei von den Behörden geprüft und ausgewählt worden und „die ausgeschilderte Umleitung mit Verteilung des Richtungsverkehrs der B 71 über Kalbe und Klötze stellt die beste Lösung dar“, erklärt die LSBB. Denn in erster Linie seien die Probleme „auf grobe Verstöße von Verkehrsteilnehmern gegen die Straßenverkehrsordnung zurückzuführen. Hier geht es um die Missachtung bestehender Beschilderungen wie das an der Schulstraße verhängte Parkverbot“, heißt es seitens der LSBB weiter. Auch das Gebot der Vorsicht und gegenseitigen Rücksichtnahme der Verkehrsteilnehmer werde missachtet. „Gerade im Bereich der Schule wird zu wenig auf die Fußgänger und Fahrradfahrer geachtet. Sogar Verstöße gegen die Wartepflicht an der roten Ampel wurden festgestellt“, weiß die LSBB. Doch deren Einschätzung und Ahndung sei Sache der Polizei.

„Die derzeitige Umleitungsproblematik ist den Polizeibeamten im Altmarkkreis Salzwedel bekannt, sodass wir diesbezüglich im Rahmen unserer Möglichkeiten tägliche Verkehrskontrollen, darunter auch Geschwindigkeitskontrollen, durchführen. Regelmäßig werden in diesem Zusammenhang Verstöße gegen Durchfahrtsverbote, Parkverbote und gegen die zulässige Höchstgeschwindigkeit festgestellt und als Ordnungswidrigkeiten geahndet“, erklärt Franziska Hotopp vom Polizeirevier Altmarkkreis Salzwedel. Die Polizei könne aber „natürlich nicht rund um die Uhr an jeder Umleitungsstrecke präsent sein und alle Verstöße verhindern“.

Die LSBB sei grundsätzlich „immer bestrebt, die eingesetzten Elemente der Verkehrsregelung zu optimieren“. Deshalb habe die Kalbenser Feuerwehr für das Gerätehaus an der Schulstraße durch die Verlängerung des eingezogenen Fahrstreifens einen freizuhaltenden Notfall-Fahrstreifen erhalten. Die an der Westpromenade platzierte Ampel wurde aktuell weiter südlich gesetzt, sodass sich die Fahrzeuge nicht mehr auf Höhe des Gehweges vor der Schule begegnen. Diese Maßnahmen sollen die angespannte Situation jetzt entspannen.

Denn „alternative Umleitungsstrecken sind nicht vorhanden“, teilt der Altmarkkreis Salzwedel mit. Die LSBB erklärt dazu, dass für den Lkw-Verkehr alternative Verkehrsführungen schlichtweg nicht möglich seien, da das nachgeordnete Straßennetz „nicht für diese enormen Belastungen ausgebaut ist“. Zuletzt im Kalbenser Hauptausschuss diskutierten die Mitglieder darüber, dass aber anfangs eine kurze Umleitung über eine Fläche in Wiepke von den Behörden angestrebt wurde, doch diese Planung am finanziellen Ausgleich für den Eigentümer gescheitert sei. Man solle diese Möglichkeit nochmals prüfen und anstreben, plädierte unter anderem Mathias Graf. Und es stimmt: „Eine Umfahrung der Brücke über eine Privatfläche wurde als Vorzugsvariante von der LSBB geprüft“, heißt es seitens des Kreises. Jedoch konnte laut LSBB kein Baurecht für diese sogenannte „Bypasslösung“ erlangt werden. Es habe diesbezüglich, so der Altmarkkreis, „langjährige Verhandlungen mit dem Flächeneigentümer“ gegeben, die aber ergebnislos verliefen. Die Hoffnung von den Kalbenser Kommunalpolitikern und Bürgern, dass die Umleitung ganz aus Kalbe weg verlegt wird, ist damit wohl aussichtslos.

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