1. az-online.de
  2. Altmark
  3. Kalbe

Friedhofsgebühren in Kalbe: Kostenexplosion ist „nicht zu vermitteln“

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Hanna Koerdt

Kommentare

Das Urnenfeld auf dem Friedhof in Kalbe
Die Friedhofsgebühren könnten künftig für kommunale Friedhöfe drastisch steigen. Denn die Kommune muss neue, gewünschte Anforderungen, wie zum Beispiel einen Friedhofsgärtner, finanzieren können. © Hanna Koerdt

Eine Nutzungsgebühr von etwa 1600 Euro für den Friedhof? Deutlich zu viel, befand der Kalbenser Ortschaftsrat am Donnerstagabend und überlegte, wie die Kosten reduziert werden können.

Kalbe – Bisher betragen die Nutzungsgebühren für 30 bzw. 25 Jahre für Erdbestattungen und Urnenbeisetzungen 800 Euro und 760 Euro auf dem Kalbenser Friedhof. Die neu berechneten Gebühren würden den Betrag quasi verdoppeln. Doch wie ist die drastische Erhöhung zu erklären? In die Berechnungen fließen die Wünsche und Anforderungen ein, die die Friedhofskommission nach Rückmeldungen von Bürgern und Behörden eingebracht hat. Unter anderem soll es einen Friedhofsgärtner geben. Denn von Bürgern, aber auch vom Denkmalschutz gibt es zum Pflegezustand des Friedhofs Kritik. Die Anforderungen für den gewünschten Zustand des Friedhofs können personell nicht vom Bauhof abgedeckt werden, sondern erfordern eine feste, zusätzliche Personalstelle – einen Friedhofsgärtner. Es müsste jemand da sein, wurde in der Sitzung ausgeführt, der außerdem für Sicherheit und Ordnung sorgt, denn zusätzlich sollen auf dem Friedhof in Kalbe auch wieder Container zur Abfallentsorgung aufgestellt werden. In der Vergangenheit wurde hier oft illegal Müll entsorgt und auch nicht sortiert. Die Kommune blieb auf den dadurch verursachten zusätzlichen Kosten sitzen.

Ortsbürgermeister Heiko Gabriel lobte zunächst die Arbeit des Verwaltungsmitarbeiters Sebastian Löchel, der die Kosten ermittelt hatte. „Wir müssen erklären, was die Gebühr umfasst“, deshalb habe er Löchel um eine zusätzliche Aufstellung gebeten, unter anderem zu Pflegemaßnahmen und zeitlichem Aufwand.

„Aufgestoßen war mir dann doch, dass wir nach den Vorschlägen in Kosten kommen, die wir nicht verantworten können“, erklärte Dr. Helmut Bender, der neben Gabriel in der Friedhofskommission mitarbeitet. Dies sei auch „nicht vermittelbar“. Und dabei seien in dem Zahlenmaterial nicht einmal die Arbeiten des Bauhofes miteinkalkuliert. „Ein Gärtner macht die Beerdigung um fast 1000 Euro teurer, das geht nicht“, so Bender. Auch ein „paar Windeln sind mir keine 1000 Euro wert“, fügte Bender hinzu. Er schlug vor, eventuell solche Arbeiten, wie den Heckenschnitt, regelmäßig an eine Firma zu vergeben, statt dauerhaft eine Person einzustellen. Auch Heiko Gabriel erklärte: „Ich kann das nicht beschließen, so nicht.“ Man müsse die Bewirtschaftung genauer ins Auge fassen, damit die Gebühr 1000 Euro nicht übersteigt. Und schauen, welche Arbeiten von wem erledigt werden könnten, denn „eine so teure Person können wir uns nicht leisten“, erklärte Gabriel hinsichtlich des Friedhofsgärtners. Es gebe Nachholbedarf bei den Friedhofsgebühren, jedoch „peu à peu, aber nicht sofort ganz“.

Auch die einmalige Trauerfeierhallennutzung würde in Zukunft, da die Bewirtschaftungskosten die Nutzungsgebühren in der Einheitsgemeinde bei Weitem übersteigen, deutlich teurer werden. Statt sie einzeln zu zahlen, könne man vielleicht die Kosten mit in die Friedhofsgebühr einfließen lassen, wurde von den Ratsmitgliedern vorgeschlagen, die sich abschließend darauf einigten, zu empfehlen, dass die Friedhofsgebührensatzung noch einmal von der Verwaltung betrachtet sollte.

Auch interessant

Kommentare