Umleitung durch Hagenau: Fahrzeuge oft zu schnell, was Straße beschädigt

Fliegende Pflastersteine in Hagenau

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Anwohner in Hagenau sammeln derzeit Pflastersteine, die regelmäßig auf den Gehweg und ihre Grundstücke geschleudert werden, durch Fahrzeuge, die zu schwer und zu schnell sind. Das LSBB reagiert nun aber. 

Hagenau – Seit Mai führt aufgrund von Straßen- bzw. Brückenbauarbeiten in Beese eine Umleitung durch Hagenau. Noch bis November soll dies so bleiben. Bis vor Kurzem lief eigentlich alles gut, trotz des plötzlich höher gewordenen Verkehrsaufkommens in Hagenau.

Die Anwohner der Hagenauer Dorfstraße haben schon fleißig Pflastersteine gesammelt. 

Denn es gilt eine Geschwindigkeitsbeschränkung von 30 Stundenkilometern. Beiderseitig waren auf der Hagenauer Dorfstraße zusätzlich Verkehrsbaken aufgestellt, sodass die Fahrzeuge bei Gegenverkehr auch mal anhalten mussten und ansonsten mittig gefahren sind. „Dann wurden die Baken auf einer Seite weggemacht“, erzählt AZ-Leser und Hagenauer Hans-Joachim Harthun. Und plötzlich flogen Pflastersteine durch die Gegend.

Aus der Natursteinpflasterstraße an der Hagenauer Dorfstraße brechen bedingt durch die Umleitung gehäuft Stücke ab und werden auf die Gehwege bzw. die umliegenden Grundstücke geschleudert. 

Ein kleiner Haufen abgebrochener Pflastersteine liegt auf einer Bank auf seinem Hof. Schräg gegenüber wohnen Klaus und Marlies Gersie – die Eheleute sammeln „ihre“ Steine vor dem Einfahrtstor ihres Grundstücks. Aus der Natursteinpflasterstraße brechen seit einiger Zeit immer wieder Stücke ab und werden auf die Gehwege bzw. Grundstücke geschleudert, wenn Fahrzeuge in zu hohem Tempo darüberfahren. Das Problem bestand noch nicht, als beiderseitig Baken standen und sich die Fahrer dementsprechend auch an das 30er-Tempo hielten – „Sie sind ruhig und gesetzt gefahren“, so Hans-Joachim Harthun. Doch nun rauschen manche Lkw, Landmaschinen und auch Pkw deutlich schneller durch Hagenau. Als wäre die Straße „als Rennstrecke freigegeben“, so der Hagenauer. „Manche fahren wie die Verrückten, das habe ich auch schon der Polizei gesagt“, erzählt auch Marlies Gersie. Trotzdem wurde bisher noch keine Geschwindigkeitskontrolle im Ort gemacht. Polizisten hätten zwar schon Präsenz gezeigt, allerdings zur Mittagszeit, wenn generell wenig Verkehr ist, berichtet auch Sigrid Gühne: „Aber morgens und abends ist viel mehr los“.

Hans-Joachim Harthun und Klaus Gersie waren wegen des Problems auch schon bei Kalbes Bürgermeister Karsten Ruth. Er hat die Sache an das Bauamt weitergegeben, dieses wiederum an die zuständige Landesstraßenbaubehörde (LSBB). Entfernt wurden die Baken einseitig, damit der Verkehr besser fließen kann. Allerdings wurde nun entschieden, sie wieder aufzustellen, wie Kalbes Bauamtsleiter Rainer Kölsch gestern auf Nachfrage der AZ erklärte: „Aufgrund der Hinweise hat das LSBB schon eine Firma beauftragt, die das macht“, so Kölsch. Wann genau, kann aber noch nicht gesagt werden, da es von verfügbaren Baken und Terminen abhängt.

Bis dahin könnten Fahrer sich an das Tempolimit halten, appelliert Hans-Joachim Harthun, und „einfach mal die Schönheit unseres Dorfes genießen und entspannen“.

VON HANNA KOERDT

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