Bedeutung des Ehrenamtes unterstrichen / Einsätze fordern Einwohner immer wieder

Feuerwehr Vienau seit 120 Jahren gefragt

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Zur Erinnerung gab es auch ein Gruppenbild der Ortsfeuerwehr vor dem Gerätehaus in Vienau.

Vienau – Auf eine 120-jährige Feuerwehrgeschichte, die eventuell sogar noch älter sein könnte, blickte Fritz Borchmann in seiner Festansprache zurück. Eine Gründungsurkunde für die Feuerwehr Vienau gibt es nicht.

Aber im Dezember 1899 brach auf dem Meierschen Ackerhof im Mehrin ein Brand aus.

In dem damaligen Bericht wurde die Vienauer Feuerwehr erwähnt. Zudem ist bereits aus dem Jahre 1840 bekannt, dass eine Handfeuerspritze im Ort vorhanden war. In alten Aufzeichnungen der Familie von Kalben ist zu lesen, dass 1871 eine Scheune auf dem Wichmannschen Hof brannte und dabei unter anderem eine zweireihige Handspritze aus dem Baujahr 1853 zum Einsatz kam.

Brände und Unwetter

Mit einer Polonaise durch das Festzelt bis zum Buffet wurde dieses dann auch eröffnet.

Das Engagement der Ehrenamtlichen war und ist immer wieder gefragt. Eine große Überraschung gab es am 7. Juli 1998, als die Sirene morgens um 5.45 Uhr heulte. Keiner der erschienenen Kameraden wollte es so richtig glauben. Das Landhotel in Mehrin brannte. Dort musste am 30. März 1999 erneut gelöscht werden. Ein größerer Brand in Vienau unter Leitung des Brandmeisters Rüdiger Schlawin, ereignete sich dann noch mal in der Erntezeit des Jahres 2002. Damals brannte ein Stallgebäude mit einem Bergeraum auf dem ehemaligen Gutshof.

In den vergangenen Jahren mehrten sich die Einsätze, die durch Sturm und Unwetter hervorgerufen wurden. Nachdem Otto Palm die Leitung der Wehr abgegeben hat, wurde sie 1950 bis 1960 von Oswald Kausch, 1961 bis 1980 von Erich Büning und danach von Herbert Walter übernommen. Der Name Herbert Walter ist auch mit der damaligen Betriebswehr des volkseigenen Gutes verbunden. Er war hier der verantwortliche Brandmeister, bis sie 1972 mit Bildung der KAP Dolchau und der darauf sich ergebenen Reformen in der Landwirtschaft aufgelöst wurde.

Geehrt wurden Christian Mertens (v.r.), Paul Schulz, Vanessa Winsel und Carsten Bergmann. Wehrleiter Jens Winsel gratulierte.

1997 gab es ein neues Löschfahrzeug und 1998 konnte das jetzige Gerätehaus übergeben werden. Um den Anforderungen der Neuzeit gerecht zu werden, wurde 2004 die Jugendwehr gebildet, die bis heute noch aktive Arbeit leistet. Jens Winsel leitet die Vienauer Feuerwehr seit 2010. Die Löschgruppen Beese, Dolchau und einst Mehrin (aufgelöst) gehören dazu.

Dank an das Ehrenamt

Der Förderverein der Freiwilligen Feuerwehr Vienau kümmert sich um kulturellen Traditionen sowie die Nachwuchsförderung. Ohne den Verein, so Fritz Borchmann, würden auch viele andere Dinge nicht möglich sein. Dazu gehört die Unterstützung bei der Ausrüstung mit technischem Gerät, Bildungsfahrten und Feste.

Im Anschluss der Rede konnten Jens Winsel, Stadtwehrleiter Jörg Kämpfer, der stellvertretende Kreisbrandmeister Bert Juschus sowie die Vorsitzende des Feuerwehrverbandes Salzwedel, Karin Wunderlich, ehren und befördern (siehe unten). In den Grußworten der Gäste wurde deutlich, dass auf die Feuerwehr Verlass ist. Dies unterstrichen unter anderem Kalbes Vize-Bürgermeisterin Ingrid Boesener, Bert Juschus und Jörg Kämpfer. Die Ortsfeuerwehr Vienau hat zurzeit 17 Ehrenamtliche in der Einsatzabteilung und 27 Mitglieder.  mb

Ehrungen und Beförderungen:

10 Jahre in der Wehr: Carsten Bergmann, Paul Schulz, Vanessa Winsel

20 Jahre in der Wehr: Christian Mertens

Ehrennadel des FFW-Verbandes Salzwedel: Jens Schulze

Ehrennadel des Landes FFW-Verbandes: Jens Winsel

Beförderungen: 

Löschmeister: Thorsten Schäfer (Löschgruppe Dolchau)

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