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Erste öffentliche E-Ladesäule in Kalbe in Betrieb

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Von: Hanna Koerdt

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Menschen stehen an einer E-Ladesäule in Kalbe
Nils Fokuhl (Helionat eG), Corinna Köbele von der Künstlerstadt Kalbe und E-Autofahrerin Elvira Chevalier freuen sich über die neue öffentliche E-Zapfsäule, die seit gestern in der Altstadt in Kalbe in Betrieb ist. © Hanna Koerdt

An der Gerichtsstraße in der Kalbenser Altstadt wird ab sofort die erste öffentliche Ladesäule für Elektroautos betrieben.

Kalbe – 60 Kilometer musste Elvira Chevalier bis gestern immer zurücklegen, um ihr Elektroauto aufzuladen. Doch gestern tankte sie erstmals in Kalbe. Denn die Ladesäule in der Altstadt ist gestern in Betrieb genommen worden.

In der Mildestadt ist es die erste öffentliche Ladesäule für Elektroautos. Möglich wurde dies durch eine Kooperation des Künstlerstadtvereins mit der Bürgerenergiegenossenschaft Helionat aus Magdeburg (wir berichteten). Betrieben wird die Ladesäule über eine Fotovoltaikanlage, die vor Kurzem auf dem Dach des Alten Gerichts installiert wurde – einem Gebäude, welches der Künstlerstadt Kalbe gehört. „Die Sonne vom Dach ins Auto“, freut sich Künstlerstadt-Initiatorin Corinna Köbele über das gelungene Vorhaben. Die Ladesäule wird gefördert durch den Nahverkehrsservice Sachsen-Anhalt, die Helionat eG und auch der Sparkasse Altmark-West, denn das Geldinstitut bezuschusste den Künstlerstadtverein mit 2000 Euro für den Eigenanteil, den dieser für die Ladesäule aufbringen musste. „Wenn keine Sonne da ist“, erklärt Nils Fokuhl von Helionat, der die Solaranlage und Ladesäule gestern anschloss, wird die Ladesäule „über die Bürgerwerke gespeist“.

Pro Stunde lädt die Säule Elektroautos mit 22 Kilowatt. Es handelt sich nicht um eine Schnell-Ladesäule. Die Ladezeit, die folglich je nach Lade-Kapazität des Fahrzeugs auch mehrere Stunden betragen kann, können Bürger und Besucher „für einen Spaziergang durch die Stadt, einen Besuch im Café oder unsere Veranstaltungen nutzen“, sagt Köbele. Gezahlt wird mit speziellen Chips, Karten oder auch EC-Karte. Da immer eine Ladestartgebühr fällig wird, lohnt es sich finanziell mehr, einmal lang zu tanken, als immer wieder ein bisschen nachzuladen. „Wir hoffen, dass viele das Angebot nutzen“, sagt Köbele. E-Bikes können Radfahrer an dieser Ladesäule aber nicht laden.

Noch gebe es in der gesamten Altmark relativ wenige öffentliche Ladesäulen, ein Argument, dass von Autofahrern oft vorgetragen wird, um sich gegen ein Elektroauto zu entscheiden. „Das Argument knocken wir jetzt aus“, so Corinna Köbele, zumindest in Kalbe. Seitens der Stadtverwaltung werde noch ein Schild angebracht, das das bloße Parken dort verbietet.

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