Kinder lernten Interessantes rund um Kalbe und um Schulunterricht vor 100 Jahren

Erste Führungen im Schul- sowie Burg- und Heimatmuseum in Kalbe

Altes Klassenzimmer mit Schülern
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Bei Gisela Horst im Schulmuseum lernten die Schüler, wie mit Griffel und Schiefertafel einst geschrieben wurde.
  • Ina Tschakyrow
    VonIna Tschakyrow
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Nach coronabedingter Schließung finden im Burg- und Heimatmuseum sowie im Schulmuseum in Kalbe wieder Führungen statt.

Kalbe – Nebeneinander saßen die Kinder auf den alten Bänken aus Holz, vor ihnen lagen Schiefertafeln und Griffel sowie eine Übersicht mit Buchstaben in alter deutscher Schrift, mit der die Drittklässler versuchten sollten, ihren Namen zu schreiben. „Nachher machen sie das noch mit einer Feder“, sagte gestern Gisela Horst, die die Drittklässler der Astrid-Lindgren-Grundschule im Schulmuseum, das mit einem Klassenzimmer aus dem vorherigen Jahrhundert eingerichtet ist, im Kalbenser Kulturhaus begrüßte.

Nach coronabedingter Schließung finden wieder Führungen statt, reguläre Öffnungszeiten gibt es aber nicht für das Museum, das vom Schulförderverein betrieben wird. Gisela Horst erzählt, dass meistens bei Klassentreffen das Schulmuseum besucht wird. Sie selbst sehe dann oft ehemalige Schüler wieder, sagt Gisela Horst, die Lehrerin an der Grundschule war und die Einrichtung 15 Jahre lang leitete. Im Schulmuseum gibt es 100 Jahre alte Hefte, Schulranzen und weitere Ausstellungsstücke, die aus den Schulen der Einheitsgemeinde sind. Die Drittklässler, die jedes Jahr die Einrichtung besuchen, erfahren unter dem Thema „Wie Schule früher einmal war“ viel Wissenswertes von Gisela Horst. Denn die Kinder seien auch sehr „wissbegierig“, freute sie sich.

Gestern fand auch die erste Führung mit Grundschülern im Burg- und Heimatmuseum „Altes Wachhaus“ statt, dem ältesten Gebäude in der Mildestadt. Geöffnet hat das Museum nach einer coronabedingten Schließung seit etwa einem Monat. In dieser Zeit waren schon Kita-Gruppen zu Besuch und es gab Sonderführungen, die von den Wachhauswächtern – vier sind in der vergangenen Zeit hinzugekommen, 25 gibt es etwa insgesamt – durchgeführt werden.

Zu den regulären Öffnungszeiten (von März bis Oktober immer mittwochs, freitags und sonnabends je von 16 bis 17 Uhr, von November bis Februar mittwochs, freitags und sonnabends je von 15.30 bis 16.30 Uhr) kamen auch schon einige Besucher, das seien aber immer unterschiedlich viele, erzählt Henning Krüger. Am Mittwoch war ein Besucher aus Bismark im Burg- und Heimatmuseum, der jeden Tag daran vorbeifährt und es nun endlich besucht hat. Im Eingang ist der Bildschirm der Storchenkamera, den Besucher sofort sehen und den sich gestern auch die Schüler angeschaut haben. Nach 14 Jahren gibt es auf dem Burggiebel wieder Störche, die zwei Jungstörche groß ziehen. Erste Flugversuche konnten schon beobachtet werden, allerdings nicht gestern, als die Schüler dort waren. Sie sahen stattdessen eine alte Ansicht von der Burg in Kalbe. „Wow, toll“, sagten die Kinder, die sich nicht vorstellen konnten, dass die Burg einst so groß war. „Wenn die Burg heute noch so groß wäre, hätten wir viele Touristen hier“, sagte Henning Krüger, der den Kindern anschließend auf dem Gelände gefundene Kanonenkugeln zeigte und dann eine Sage erzählte. Diese seien bei den Kindern besonders beliebt, so der Kalbenser, auch das Eisenbahnmuseum im oberen Bereich, wenn sie die alten Leinenhemden anprobieren dürfen, alte landwirtschaftliche Geräte wie das Tragejoch, mit dem einst Wassereimer transportiert wurden, oder einen Mammutzahn sehen. Matthias Lüttge ergänzt, dass die Kinder auch immer begeistert vom Verlies sind, das sie sich nach der Besichtigung des Hausmannturms ansehen.

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