„Silbersee“ Brüchau: Verschärfung der Auseinandersetzungen

BI erhöht den Widerstand

+
Vor einem Jahr wurde in Magdeburg demonstriert

mei Brüchau. Alle geplanten Untersuchungen im Brüchauer „Silbersee“ seien so angelegt, dass Ergebnisse her-auskommen, die eine Abdeckung rechtfertigen. Davon ist die Bürgerinitiative (BI) „Saubere Umwelt & Energie Altmark“ inzwischen überzeugt.

Denn der Sonderbetriebsplan sehe lediglich einen Immissionspumpversuch des oberen Grundwasserleiters vor, der nur gering belastet sei, weil sich die Schadstoffe in tieferen Schichten ablagern. Die BI will sich weiter gegen die Abdeckvariante wehren.

BI-Sprecher Christfried Lenz: „Alle Untersuchungen sind so angelegt, dass Ergebnisse herauskommen, die eine Abdeckung der Grube rechtfertigen.“

Dabei beruft sich die BI auch auf eine im Januar in Kraft getretene EU-Verordnung, wonach „Quecksilberabfälle aus der Reinigung von Erdgas“ speziell gelagert werden müssen. Laut Kurt Schnieber, Präsident des Landesamtes für Geologie und Bergwesen, greife die EU-Verordnung für Brüchau aber nicht, weil bergbauliche Abfälle ausgenommen sind (AZ berichtete).
„Es wäre doch Absurdistan hoch 3, wenn der Zahnarzt die fachgerechte Entsorgung jedes Milligramms Amalgam nachweisen muss, in Brüchau aber 500 bis 1000 Tonnen Quecksilber dauerhaft in einer undichten Mergelgrube verbleiben dürften“, so Christfried Lenz im Namen der BI.

Lenz: „Dass eine Zeitlang so getan wurde, als würde man die Beseitigung des Abfallkörpers in die Auswahl der letztlichen Schließungsvariante einbeziehen, war nichts anderes als eine Beruhigungspille für die aufgebrachte Öffentlichkeit.“ Die betroffene Bevölkerung werde sich allerdings nicht einnebeln lassen. Das Vertrauen in die zuständigen staatlichen Behörden sei nicht mehr auf dem Nullpunkt, sondern im Minusbereich. Abschließend kündigt die BI eine weitere Verschärfung der Auseinandersetzung um den „hot spot“ in Brüchau an.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare