Mitglieder des Engersener Ortschaftsrates sind verärgert über Bürokratie

Entschlammung des Engersener Teichs noch nicht absehbar

Teich im Herbst
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In diesem Jahr wird der Teich nicht mehr entschlammt, da das Vorhaben nicht im Haushalt der Stadt aufgeführt ist.
  • Hanna Koerdt
    VonHanna Koerdt
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Seit 2019 warten die Engersener darauf, dass der Teich am Ortsausgang entschlammt wird. Und abermals hielt der Orstchaftsrat diesen Wunsch im Protokoll der vergangenen Ortschaftsratssitzung fest.

Engersen – „Der Zustand ist nicht gut“, sagt Wilfried Hartmann gegenüber der AZ. Jahrelang seien dort Sand und Laub eingetreten, „es stinkt“, sagt Hartmann, was besonders die Anlieger des Teiches belaste. Er sei nur noch eine Kloake, wurde im Ortschaftsrat bemängelt. Die Ratsmitglieder ärgerten sich über die mit der Entschlammung zusammenhängende Bürokratie. Denn für die Maßnahme ist nicht nur die Stadtverwaltung zuständig.

Da es sich um ein Gewässer zweiter Ordnung handelt, ist der Unterhaltungsverband Milde/Biese involviert, der allerdings nur für den Durch- und Abfluss verantwortlich zeichnet und schon in der Vergangenheit kommuniziert hatte, dass diese in Ordnung seien und der Verband für weitere Maßnahmen nicht zuständig sei. Die Untere Wasserbehörde des Altmarkkreises Salzwedel fordert eine Beprobung vor einer Entschlammung, damit dann klar ist, wohin der Schlamm verbracht werden kann – ob zum Beispiel als Dünger für die Landwirtschaft auf einen Acker oder einfach zur Deponie.

Gutachten wird benötigt

Für die Entschlammung des Teiches wird also ein Gutachten benötigt, welches neben der Unteren Wasserbehörde auch die Untere Naturschutzbehörde des Altmarkkreises Salzwedel benötigt, wie Kalbes Bürgermeister Karsten Ruth auf Nachfrage der AZ informiert. Weil es sich bei der Entschlammung des Teiches nicht mehr um eine normale Unterhaltungsmaßnahme der Stadt handelt – es wurde bei solch einer Maßnahme für die Entschlammung vor einigen Jahren zu viel Wasser entnommen, weswegen es zum Fischsterben kam und schließlich für weitere Maßnahmen vom Altmarkkreis entsprechende Gutachten verlangt wurden –, sondern um eine Maßnahme, die in den Haushalt mit aufgenommen werden muss, wird sich dazu in diesem Jahr „nicht mehr viel bewegen“, erklärt Karsten Ruth.

In den Haushalt für dieses Jahr wurde die Entschlammung nicht mit aufgenommen. Die Maßnahme ist weiterhin als Gemeinschaftsmaßnahme der Stadt mit dem Unterhaltungsverband Milde/Biese geplant. Derzeit gibt es aber noch keine neuen Kenntnisse über das Vorhaben. Er würde gerne, dass die Entschlammung schnell erfolgt, so Karsten Ruth. Aber in diesem Jahr wird das nicht mehr möglich sein. Der Bürgermeister war vor wenigen Wochen selbst in Engersen, um sich den Dorfteich anzusehen und kann „die Beschwerden der Anwohner nachvollziehen“.

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