Vienauer Naturschutzbundgruppe feiert 35-jähriges Bestehen / 50 Jahre Naturlehrpfad

Engagierte Arbeit für die Umwelt

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Michael Arens auf seinem Lieblingsplatz: Vom Vienauer Beobachtungsturm hat er den Kalbeschen Werder fest im Blick.

ann Vienau. Gleich dreifachen Grund zum Feiern hat in diesem Jahr die Vienauer Naturschutzbundgruppe. Vor 50 Jahren, am 22. Mai 1967, wurde der vier Kilometer lange Naturlehrpfad in der Nähe des früheren Schlosses eingeweiht und am 2.

April 1982 gründete sich die Fachgruppe Naturschutz Vienau im Kalbenser Kulturhaus. Zudem wurde in der ersten Septemberwoche 1992 der Naturlehrweg in Richtung Mehrin mit dem Fledermauskeller übergeben.

Von den Anfängen bis heute

Günter Stachowiak und seine Frau Anneliese sowie das Kalbenser Ehepaar Elisabeth und Klaus Ozminski riefen gemeinsam mit Friedhelm Wernecke die Gruppe, als der Natur- und Umweltschutz in der DDR noch in den Kinderschuhen steckte, ins Leben. Heute zählen die Vienauer Naturschutzfreunde unter der Regie von Michael Arens zwölf Mitglieder.

Zu der alljährlichen naturkundlichen Wanderung am Karfreitag kommen jedes Jahr über 250 Teilnehmer nach Vienau. Zum 22. Mal gab es in diesem Jahr die beliebte Veranstaltung.

Von der Stunde null ist nur noch Anneliese Stachowiak, die Ehefrau des im November 2014 verstorbenen Gruppengründers Günter Stachowiak, dabei. Im Laufe der Zeit kamen so bekannte Naturschützer wie der Förster Lothar Büst (Brunau), Gerd Elste (Meßdorf), Eberhard Leuthold (Späningen) und Ruth Schwarzer (Kalbe) hinzu. Alle gehören noch heute zu den Stützen der Vienauer Gruppe.

Durch die Arbeit der Fachgruppe „Junge Naturforscher“ in der Brunauer Schule, die ebenfalls der Diplom-Forstingenieur Günter Stachowiak gründete, fand Michael Arens zum Natur- und Umweltschutz. „Von der sechsten bis zur zehnten Klasse befassten wir uns mit Flora und Fauna im früheren Altkreis Kalbe. Das hat mein Interesse am Natur- und Umweltschutz geweckt“, erinnert sich der Vienauer. Besonders gern denkt der heute 49-Jährige an die praktischen Arbeiten in freier Natur und die jährlichen Zeltlager zurück. Bis heute ist das Interesse und die Liebe zur Flora und Fauna geblieben. Auch Dank der großzügigen Unterstützung seiner Frau Simone.

Die drei Vienauer Jubiläen sind für Michael Arens ein Grund, in die Geschichtsbücher der Truppe zu schauen und auf die engagierte Arbeit der Mitglieder im Sinne der Umwelt zurückzublicken.

Seit 2010 führt der dreifache Familienvater die Geschicke der Vienauer Naturschützer, die seit 35 Jahren eine Fläche von etwa 420 Quadratkilometer des früheren Altkreises Kalbe betreuen. Zudem ist Arens seit 2011 Kreisnaturschutzbeauftragter. Die ehrenamtliche Arbeit kann sich sehen lassen, denn die Vienauer Gruppe ist die aktivste im gesamten Altmarkkreis Salzwedel.

Er gründete im Jahre 1982 die Gruppe: Günter Stachowiak.

Während es zu DDR-Zeiten von 1980 bis 1984 die Arbeitsgemeinschaft „Junge Naturforscher“ an der Brunauer Schule gab, betreut die Gruppe seit 1986 Teile der Milde-Secantsgraben-Niederung als Wiesenbrüter-Schutzgebiet. 1990 gehörten Stachowiak und Arens auch zu den Gründungsmitgliedern der Kreisverbandes Salzwedel des Naturschutzbundes. Doch nicht nur mit der Pflege, Kontrolle und Betreuung des Weißstorches, der Schleiereule, des Kranichs sowie anderen zum Teil vom Aussterben bedrohten Vogelarten befassen sich die Vienauer Naturfreunde. Dazu gehören auch die Datenerfassungen und die Kartierungen sowie die botanischen Kontrollen. Aber auch die Überwachung der Fledermäuse gehört dazu. Deshalb wurde am Naturlehrweg 1992 ein Fledermauskeller eingerichtet.

Beliebte Veranstaltungen

Äußerst beliebt sind im Laufe der Jahre auch die Veranstaltungen der Natur- und Umweltschützer geworden. Ob es die naturkundliche Wanderung am Karfreitag ist, die einst 1995 mit 24 Teilnehmern begann und in diesem Jahr zur 22. Auflage mehr als 300 Wanderinteressierte anzog oder die Glühwürmchenwanderung Anfang Juli, die Pilzausstellung und die Obstsortenbestimmung sowie der Naturabend im Februar im Landhotel Mehrin.

Alle Treffen sind mittlerweile zu einem Zuschauermagneten geworden. Aber auch in den Schulen sowie bei verschiedenen Gruppen in den altmärkischen Orten sind Michael Arens und seine Ehrenamtliche aktiv und informieren.

Ehrungen für engagierte Arbeit

Für ihre engagierte Arbeit wurden sowohl Günter Stachowiak als auch Michael Arens mehrfach geehrt. Höhepunkt ihres ehrenamtlichen Einsatzes der Naturschutzgruppe war für Günter Stachowiak 2005 die Verleihung des Bundesverdienstkreuzes am Bande des Verdienstordnens der Bundesrepublik Deutschland. Zudem erhielt die Gruppe einige bundesweite bedeutende Naturschutzpreise.

Das alles soll im September oder Oktober gefeiert werden, verriet Michael Arens. Die Feier soll nach den gegenwärtigen Planungen im komplett sanierten Gotteshaus des Ortes stattfinden. Einen genauen Termin gibt es allerdings noch nicht. Grund zum Feiern haben die Vienauer Umwelt- und Naturschützer nach dem Engagement allemal. „Wir wollen in Zukunft die Dinge und Sachen erhalten, die wir in den zurückliegenden 35 Jahren geschaffen haben“, blickt Michael Arens nach vorn.

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