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Elternvertreter fordern Aussagen vom Landesschulamt zur Zukunft der Sekundarschule Kalbe

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Von: Hanna Koerdt

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Sekundarschule Kalbe
Die Sekundarschule Kalbe werde nicht geschlossen, erfuhren die Elternvertreter vor wenigen Tagen von Dr. Sören Messerschmidt, dem zuständigen Referenten des Landesschulamtes. Angst um die Bildung ihrer Kinder haben sie trotzdem und fordern mehr Antworten zur Zukunft der Schule und ihrer Kinder. © Maik Bock

Ein Gerücht kursierte schon seit Monaten unter den Eltern der Kalbenser Sekundarschule: Die Schule werde geschlossen, hieß es, angesichts des Lehrermangels und des ausfallenden Unterrichts. Sie nutzten vor wenigen Tagen das Speeddating für Quereinsteiger, um vom Landesschulamt Antworten auf ihre Fragen zur Zukunft der Bildungseinrichtung zu erhalten.

Kalbe – Mehrfach versuchte Ilka Zitzewitz-Pawelski, nachdem sie im Herbst des vergangenen Jahres zur Stellvertreterin der Elternvertreter gewählt worden war, eine Antwort zur Zukunft der Schule vom Landesschulamt Sachsen-Anhalt zu bekommen. Sie sei sogar bis zum Bildungsministerium gegangen und habe dort ihre Anfrage und die Kontaktdaten hinterlassen. Vergeblich, berichtet sie gegenüber der AZ. „Im Vorfeld wurde uns vermehrt das Gefühl gegeben, dass das Interesse nur unsererseits besteht“, äußern auch die Elternvertreter in einer gemeinsamen Stellungnahme, mit der sie sich an die AZ gewandt haben.

Ilka Zitzewitz-Pawelski kontaktierte schließlich die CDU-Landtagsabgeordnete Sandra Hietel-Heuer, die „immer ein offenes Ohr für unsere Schule und Kinder hat“, bedankt sich die Elternvertreterin, die auch Vorsitzende des Schulfördervereins ist. Erst dann rührte sich etwas. Vom Landesschulamt bzw. Ministerium für Bildung kam, so berichtet sie weiter, der Vorschlag, das Speeddating – eine Veranstaltung zur Gewinnung von Seiteneinsteigern in den Lehrberuf, die das Landesschulamt vor rund zweieinhalb Jahren ins Leben rief – in Kalbe durchzuführen. Die Veranstaltung lief gut und war durchaus wichtig für den Standort Kalbe, war aber auch nicht das, was die Elternvertretung wollte, nämlich bei einer Gesprächsrunde zwischen Landesschulamt und Eltern „endlich einmal Gehör zu finden in der beängstigenden Situation“, erklären die Elternvertreter. Und auch die Zusammenarbeit des Ministeriums mit dem Förderverein der Sekundarschule für das Speeddating „hing arg in den Seilen“, macht Ilka Zitzewitz-Pawelski deutlich. Bereits am 9. November habe der Termin 19. Januar 2023 festgestanden, doch erst eine Woche vor diesem sei ein Flyer zur Bewerbung der Veranstaltung per PDF an die Schule geschickt worden. „Wir selbst hätten am 18. Januar die Materialien erst im Büro von Sandra Hietel-Heuer abholen können, weil diese vorher nicht da waren“, bemängelt die Elternstellvertreterin.

Chance musste genutzt werden

Die Elternvertreter entschieden sich dazu, das Speeddating selbst nicht „zu stören oder zu sprengen“, erklärt Ilka Zitzewitz-Pawelski, aber die Chance zu nutzen, endlich mit den Verantwortlichen für die Sekundarschule zu sprechen. Auch wenn ihr Erscheinen laut der Elternvertreter zunächst wie eine Art „Überfall“ betrachtet wurde, so berichten sie von ihren Eindrücken, nahm sich der zuständige Referent Dr. Sören Messerschmidt Zeit, den Eltern ihre Fragen zu beantworten.

Allen voran die Frage, ob die Schule erhalten bleibt. „Er hat uns vergewissert, dass die Schule nicht geschlossen wird und alles daran gesetzt wird, Lösungen zu finden. Das beruhigte erst einmal“, teilen die Elternvertreter mit. Ihnen sei mitgeteilt worden, dass es 30 Interessenten gegeben habe, allerdings erfuhren sie hinterher aus den Medien, dass es „nur“ 18 waren. Damit sei das „Vertrauen bei uns Eltern wieder gefallen“, heißt es in der Stellungnahme.

Unterricht noch stärker gefährdet?

Laut der Elternvertreter gebe es, wenn die Situation sich nicht bessert, ab dem Sommer voraussichtlich nur noch eine Unterrichtsversorgung von 63 Prozent an der Sekundarschule. Für das Fach Mathematik gebe es nur eine Lehrerin für zwölf Klassen, für Physik ebenso. Nach den Sommerferien werde es keinen Sportlehrer mehr geben. Weiterhin seien die Fächer Chemie, Sozialkunde und Geografie gefährdet. „Wann gibt es für unsere Schule Lehrer? Welche Fächer werden eingestellt? Welche Überlegungen bzw. Beschlüsse gibt es?“, möchten die Eltern wissen und haben deshalb ihre Fragen nochmals an das Bildungsministerium und das Landeschulamt geschickt, da sie bei der Veranstaltung in Kalbe nicht alle spontan beantwortet werden konnten, wofür durchaus Verständnis herrsche. Aber: „Wir erwarten darauf Antworten“, sagt Ilka Zitzewitz-Pawelski.

Und auch die Elternvertreter machen deutlich: „Ständig wird darum gekämpft, etwas zu erreichen. Das ist kräftezehrend, aber wir als Eltern tun dies gerne für unsere Kinder, mit der Hoffnung, dass sich etwas ändert. Das Problem Lehrermangel besteht ja nicht erst seit gestern.“

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