Kinderbetreuung schlägt an mehreren Stellen finanziell zu Buche

Elternbeiträge für die Stadt Kalbe„müssen wir ändern“

  • Hanna Koerdt
    VonHanna Koerdt
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Kalbe – Heute wird der Kalbenser Stadtrat voraussichtlich den Haushaltsplan für dieses Jahr beschließen. Dass die Stadt ihn überhaupt beschließen kann, ist mit vielen Opfern, genauer gesagt Kürzungen und Streichungen, verbunden.

„Es kam alles auf den Prüfstand“, erklärte Kalbes Kämmerin Ingrid Bösener im Hauptausschuss, der dem Stadtrat kürzlich vorausging. „Wir gehen wieder mit einem Unterhaltungsstau rein. “.

Gründe für die abermals angespannte finanzielle Situation der Stadt sind unter anderem die um mehr als 160 000 Euro gestiegene Kreisumlage sowie die Landeszuweisungen vom Land, die im Vergleich zu 2018 um mehr als 200 000 Euro zurückgingen. Und die generell höheren Ausgaben, die sich für die Kommune auftun. In einem Bereich sind sie durchaus deutlich zu spüren: in der Kinderbetreuung. Erfreulich ist es sicherlich, dass es in der Einheitsgemeinde wieder mehr Kinder gibt. Doch sie müssen auch betreut werden. Mehr zu betreuende Kinder bedeuten mehr benötigte Erzieherinnen und Erzieher. Die Personalkosten der Stadt steigen 2019 im Vergleich zum Vorjahr um etwa 200 000 Euro. Fast 50 Prozent sind „Kitapersonalausgaben“, erklärte Ingrid Bösener. Sie betonte aber auch, dass es in diesem Bereich keinen Spielraum gebe und man grundsätzlich über die gute Auslastung der Kitas froh sei. Die Einrichtungen seien schließlich besonders für junge Familien ein Faktor, hier zu leben. Die Kämmerin kritisierte allerdings, dass die Stadt nicht nur für eigene Einrichtungen zahlt, sondern auch für die freier Träger. Allerdings ohne Mitspracherecht. 187 000 Euro kommen hier zusammen. Fast 40 000 Euro mehr als 2018. Noch deutlicher ist der Unterschied zu 2017, da zahlte die Kommune 128 972 Euro an freie Träger. „Da werden uns Beträge auferlegt, zu denen wir nichts zu sagen haben, sondern nur zu zahlen“, so Bösener.

Auch zahlt die Stadt an Einrichtungen, die nicht in der Einheitsgemeinde Kalbe sind, in denen aber Kinder aus der Einheitsgemeinde betreut werden. Insgesamt 60 Kinder werden in Beetzendorf, Salzwedel, Arendsee, Bismark, Osterburg, Seehausen und Gardelegen betreut. 198 000 Euro stehen unter diesem Punkt im Haushaltsplan, wobei die tatsächliche Ausgabe bei etwa 125 000 Euro liegt, denn das ist das Defizit, das die Stadt nach Abzug der Einnahmen für diese Einrichtungen, bestehend aus Zuweisungen und Elternbeiträgen, aus eigener Tasche zahlt. „Ein Defizit hätten wir aber auch, wenn die Kinder bei uns betreut werden würden“, sagt die zuständige Verwaltungsmitarbeiterin Marina Krüger auf Nachfrage der Altmark-Zeitung. Denn Zuweisungen und Elternbeiträge decken die Ausgaben für Kitas schlichtweg nicht. Würde die Stadt die Elternbeiträge so erhöhen, dass die Ausgaben gedeckt würden, „würde keiner mehr in unsere Einrichtungen kommen, weil sie zu teuer wären“, so Krüger. Und trotzdem, die Beiträge „werden wir in diesem Jahr ändern müssen“. Wie genau, das stehe noch nicht fest.

Das letzte Mal angepasst wurden die Elternbeiträge zum 1. Januar 2017. Damals verzichtete der Stadtrat durch die Entscheidung für einen einheitlichen, dadurch aber auch niedrigsten Beitrag für alle Kitas auf eine Mehreinnahme von rund 40 000 Euro.

VON HANNA KOERDT

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