Restauriertes Gemälde hing seit September in Magdeburg

Elias-Hoffmann-Bild ist zurück in Kalbe

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Es strahlt in neuem Glanze: Die Restauratoren Ulrich Schreinert (links) und Tilman Krause (rechts) übergaben das Gemälde gestern wieder an die Kalbenser Kirchenvertreter.

Kalbe. Bis Ende Januar war im Kulturhistorischen Museum Magdeburg die Sonderausstellung „Gegen Kaiser und Papst“ zu sehen, die im Zuge des vergangenen Reformationsjahres eben diese thematisierte.

Bestandteil der Ausstellung war auch ein Gemälde aus Kalbe, welches nun restauriert in die Mildestadt zurückgekehrt ist.

Lange Zeit hing es mehr oder minder unbeachtet in der Kalbenser Nikolaikirche. Das Gemälde zeigt einen Pfarrer Kalbes und einen Schüler Martin Luthers, nämlich Elias Hoffmann, der 1548 nach Kalbe berufen wurde. Er stand in der Gunst derer von Alvensleben, gab beispielsweise sein Votum für das reformatorische „Glaubensbekenntnis“, welches Joachim von Alvensleben-Erxleben verfasst hatte, und hinterließ der Kalbenser Kirche seine Privatbibliothek. Das Gemälde zeigt Elias Hoffmann in seinem 61. Lebensjahr. Ob es auch in diesem Jahr gemalt wurde, ist unbekannt, aber möglich, wodurch es sich auf das Jahr 1579 datieren ließe. Der Künstler ist unbekannt.

„Das Bild war in einem sehr schlechten Zustand“ sagt Gemälderestaurator Tilman Krause, der gestern gemeinsam mit Möbelrestaurator Ulrich Schreinert das Bild im Zuge einer kleinen Feierstunde an unter anderem Kalbes Pfarrer Dieter Borchert und Gerhard Gansewig, Vorsitzender des evangelischen Kirchengemeindeverbandes Kalbe, übergab. Damit es in der Ausstellung präsentiert werden konnte, musste es erneuert werden. Die Leinwand war sehr dünn und auf Holzbretter gespannt, die auch schon morsch waren. Das Gemälde hatte Löcher und Risse, die Ölfarbe blätterte ab. Auch der Rahmen aus Eichenholz wies kaputte und fehlende Stellen auf, die Schreinert ergänzen musste und farblich ausgleichen musste. Die Leinwand wurde in Halle in einem speziellen Verfahren dubliert, also auf eine neue Leinwand geklebt. Die Löcher hat Krause gekittet und mit Acrylfarbe retuschiert. Nun erstrahlt das Gemälde Elias Hoffmanns wieder.

Im April soll es Interessierten offiziell vorgestellt werden. Und zwar in einer der beiden Logen in der Kirche, die zu einer Art Galerieraum umgestaltet wird.

Von Hanna Koerdt

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