Glockenanlage in Mehriner Kirche wurde elektrifiziert

Elektronik für die „Königin“

Die Glocke wurde 1886 in Apolda gegossen.
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Die Glocke wurde 1886 in Apolda gegossen.

Mehrin – Am Sonnabend pünktlich um 18 Uhr war die Glocke in der Mehriner Kirche im ganzen Dorf zu hören. Das Geläut soll nun jeden Sonnabend um 18 Uhr zu hören sein, sagt Ursula Meier, Vorsitzende des Fördervereins der Kirche.

Wenn die Glocke im Dorf erklingt, „wird alles still. Die Menschen verweilen einen Moment und halten inne“, so Ursula Meier. Der Klang der Glocke erinnere an die Heimat und Kindheit, weil Glocken schon immer zu hören waren, erzählt sie weiter.

Die beiden Schecks übergab Uli Jelinski an Ursula Meier. Mit dem Geld wurde unter anderem die Elektrifizierung des Geläuts gefördert.

Und nun auch wieder in Mehrin. Die Glockenanlage wurde elektrifiziert. Das elektronische Geläut wurde von einem Glockenbauer empfohlen, um die Glocke erhalten zu können und vor weiteren Schäden zu schützen. Denn die Glocke in der Mehriner Kirche ist eine ganz besondere, wie Ursula Meier erzählt. 2018, als die Glocke erklingen sollte, fiel beim Betätigen der Klöppel heraus. Der Monteur, der den Schaden begutachtete, stellte fest, dass die Glocke 1886 in der Glockengießerei Apolda gegossen wurde. Damit gehöre sie zu den sogenannten Königinnen der Glocken.

In Apolda wurden von 1722 bis 1986 Glocken gegossen, darunter auch die Petersglocke im Kölner Dom und auch die Glocke in Mehrin. Vom Monteur erfuhren die Mehriner auch, dass die Glocke aus Bronze besteht und nicht, wie jahrelang angenommen, aus Stahl. Vermutlich wurde das in den zwei Weltkriegen falsch übermittelt, um die Glocke zu retten. Denn um Munition herstellen zu können, wurden damals alle Glocken, bis auf eine, die in den Kirchen für Flieger- und Bombenalarm blieb, die aus Bronze gegossen waren, aus den Kirchen entwendet, erklärt Pfarrer Dietrich Eichenberg, der mit Ursula Meier und einigen Gemeindemitgliedern in der vergangenen Woche bei der Spendenübergabe der VR-Stiftung und der Raiffeisenbank Kalbe-Bismark war.

Vorstandsvorsitzender Uli Jelinski übergab einen Scheck von der Raiffeisenbank Kalbe-Bismark in Höhe von 250 Euro und von der VR-Stiftung in Höhe von 2500 Euro für die mechanische Instandsetzung und Elektrifizierung der Läute-Anlage. Denn auch der Klöppel wird noch erneuert. Für das Vorhaben wurden zahlreiche Spenden gesammelt. Die Namen all derer sollen auf einer Tafel stehen, so Ursula Meier. Es wurden insgesamt etwa 7000 Euro investiert. Die Spendenaktionen für das Vorhaben „haben uns berührt“, so Uli Jelinski. Das Geld sei aber nicht von der Bank, sondern von den Sparern, die am Gewinnsparen teilnehmen und mit dem Kauf von Losen solche Vorhaben ermöglichen. Nächstes Jahr soll die Elektrifizierung des Kirchengeläuts in einem größeren Rahmen gefeiert werden.

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